Tadschikistan führt Impfstoff gegen Rotavirus ein, um Kinder vor Durchfallerkrankungen zu schützen

WHO

Der Stellvertretende Gesundheitsminister Tadschikistans, Dr. Jafarov Navruz, verabreicht einem Kind die erste Impfung gegen das Rotavirus im Rahmen des nationalen Routineimpfplans

Mit einer offiziellen Eröffnungsveranstaltung am 8. Januar 2015 wurde Tadschikistan das vierzehnte Land in der Europäischen Region der WHO, das die Impfung gegen das Rotavirus in seinen nationalen Impfplan einführte – und das vierte Land, das dabei großzügige Unterstützung von der GAVI-Allianz erhielt.

In Tadschikistan haben schwere Durchfallerkrankungen jährlich Hunderte vermeidbarer Todesfälle bei Kindern zur Folge, und Surveillance-Daten deuten darauf hin, dass das Rotavirus für fast 40% aller Krankenhauseinweisungen wegen schwerer Diarrhö verantwortlich ist. Impfungen sind der wirksamste Weg, um Kinder vor Infektion mit dem Rotavirus zu schützen, und eine Impfung jedes Kindes im Alter von zwei und vier Monaten wird zu einer signifikanten Senkung der Morbidität und Mortalität von Kindern in Tadschikistan führen.

Vorbereitung der impfenden Fachkräfte und Aufbau von Unterstützung auf der nationalen Ebene

Im Rahmen der landesweiten Vorbereitungen auf die Einführung des neuen Impfstoffs hat das WHO-Regionalbüro für Europa das Ministerium für Gesundheit und soziale Absicherung beim Aufbau eines Stabes von Gesundheitsfachkräften unterstützt, die in allen Regionen Tadschikistans Kaskadenschulungen durchführen könnten. Die Schulung befasste sich mit einschlägigen Erkenntnissen im Hinblick auf die Einführung des Rotavirus-Impfstoffs sowie mit der Epidemiologie des Virus, dem Nutzen der Impfung für Kleinkinder, der Verabreichung des Impfstoffs, Gegenanzeigen, Vorsichtsmaßnahmen und möglichen negativen Reaktionen.

Um für das Thema zu sensibilisieren und eine breite Unterstützung zu gewinnen, hielten die WHO und das Republikanische Zentrum für Immunprophylaxe am 30. Oktober 2014 eine nationale Konferenz über die Einführung des Rotavirus-Impfstoffs ab, an der verschiedene Abteilungen von Ministerien sowie Vertreter der Wissenschaft teilnahmen. Darüber hinaus unterstützt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie und entsprechender Schulungen für Kinder- und Familienärzte, die das Impfprogramm im Land umsetzen.

Unterstützung von der GAVI-Allianz

Die GAVI-Allianz und ihre Partner beabsichtigen, die Einführung von Impfstoffen gegen das Rotavirus in über 30 der ärmsten Länder der Welt zu unterstützen. In der Europäischen Region wurde eine solche Unterstützung bisher Armenien, Georgien, der Republik Moldau und Usbekistan gewährt.