Bedarfsgerechtere Bereitstellung von Rollstühlen in Tadschikistan

WHO/Satish Mishra

Das Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Tadschikistans hat in Zusammenarbeit mit dem Team der WHO für die Rehabilitation von Behinderten und Mobility India sowie mit finanzieller Unterstützung durch die Behörde für internationale Entwicklung der Vereinigten Staaten (USAID) im Dezember 2015 eine Basisschulung für die Bereitstellung von Rollstühlen durchgeführt. Auf der Veranstaltung lernten 42 Teilnehmer aus Tadschikistan und Kasachstan, wie Rollstühle für verschiedene Benutzer ordnungsgemäß eingestellt, umgestellt und angepasst werden können. Außerdem wurden sie auch in der Wartung von Rollstühlen sowie in der Einweisung von Benutzern geschult.

Die WHO hat in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit USAID globale Schulungsprogramme entwickelt, mit denen Personen, die Rollstühle ausliefern und damit verbundene Leistungen erbringen, ein Mindestmaß an Fähigkeiten und Wissen vermittelt werden soll. Ein gut funktionierendes System für die Bereitstellung von Rollstühlen durch ausreichend geschultes Personal ermöglicht ein erreichbares Höchstmaß an persönlicher Mobilität.

Geeignete Hilfen für eine inklusive Gesellschaft

Hilfsmittel – z. B. Rollstühle, Hörgeräte, Krücken und Brillen – eröffnen Chancen im gesellschaftlichen Leben sowie in Bezug auf Bildung und Beschäftigung. Wenn ein Hilfsmittel für den Benutzer und seine Umgebung geeignet ist, kann es die Unabhängigkeit und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verbessern und zu mehr Gesundheit und Lebensqualität beitragen. Ein Rollstuhl ist dann angemessen, wenn er den Anforderungen des Benutzers und seiner Umgebung gerecht wird, richtig eingestellt ist und Haltungsunterstützung bietet, sicher und robust ist und in dem Land auf Dauer zu erschwinglichen Kosten erhältlich ist und gewartet werden kann. 

Nach Schätzungen der WHO benötigen weltweit über 70 Mio. Menschen einen Rollstuhl, der eine der am häufigsten benutzten Hilfsmittel zur Förderung der persönlichen Mobilität ist; doch nur 5% bis 15% dieser Menschen haben auch Zugang zu einem Rollstuhl. Die Zahl der Menschen mit Behinderungen wird sich nach Einschätzung von Experten im Zuge der Bevölkerungsalterung erhöhen, da ältere Menschen häufiger Behinderungen haben und da chronische Erkrankungen – insbesondere die häufigsten nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall und Krebs – weltweit auf dem Vormarsch sind. Doch auch andere Einflussfaktoren wie Straßenverkehrsunfälle und Naturkatastrophen tragen zu dem Anstieg der Zahl der Menschen mit Behinderungen bei, der eine entsprechende Zunahme der Nachfrage nach Hilfsmitteln zur Folge hat.