Anti-Tabakseminar für Journalisten in Tadschikistan

WHO

During the training, journalists took part in exercises designed to help expand their ability to access and use online data sources

Journalisten sind in einer einzigartiger und entscheidenden Position für die Bewusstseinsbildung über die Gefahren des Rauchens und den Gewinn von Unterstützung für Initiativen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs durch die Öffentlichkeit. Daher richtete Tadschikistan diesen Workshop des Regionalbüros aus, an dem ca. 30 Vertreter der Medien sowie Ministerien, Gesundheitsorganisationen und Verbraucherverbände teilnahmen, um qualifizierter über Tabak berichten zu können.  Der Workshop fand am 30. und 31. März 2017 in Duschanbe statt.

Austausch von Erfahrungen und Hilfsmitteln

Der Workshop sollte den Teilnehmern Kenntnisse und Möglichkeiten an die Hand geben, die sie für eine genaue und erfolgreiche Berichterstattung über die Tabaksituation in Tadschikistan und über die Bedeutung entschiedener Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs benötigen.

Die Prävalenz des Rauchens ist in Tadschikistan relativ gering (17% unter Männern und 0,3% unter Frauen), doch gerade deswegen könnte das Land in den kommenden Jahren zu einem vorrangigen Ziel für die Tabakindustrie werden. Frauen und junge Menschen würden wahrscheinlich im Zentrum einer solchen Kampagne stehen. Für Tadschikistan kommt es daher darauf an, starke Maßnahmen gegen den Tabakkonsum einzuleiten, bevor die Industrie Erfolge erzielen kann.

Fortschreibungen der aktuellen Zahlen würden bedeuten, dass 233 000 der heutigen 467 100 Raucher des Landes vorzeitig sterben. Das ist hinreichend Begründung dafür, die Eindämmung des Tabakgebrauchs in Tadschikistan zu einer hohen Priorität zu machen und die Journalisten hierfür um argumentative Unterstützung zu bitten.

„Der Workshop war erfolgreich, nützlich und für unsere Gesellschaft auch nötig,“ sagte der Journalist Shamsullo Fozilov von der Zeitung Faraj. „Die verwendeten Daten waren hilfreich und veranschaulichten die Lage unter verschiedenen Blickwinkeln. Ich werde sie für einen Artikel in meiner Zeitung nutzen.“

Zahlen und Erfahrungen aus den Ländern für die Berichterstattung

Die Teilnehmer des Workshops erfuhren von den wichtigsten gesundheitlichen Folgen des Rauchens und Passivrauchens und lernten das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs in Grundzügen kennen. Dazu wurden Hochrechnungen nach dem SimSmoke-Modell durchgeführt, das Auswirkungen einer vollständigen Umsetzung des Rahmenübereinkommens für den Rückgang der Prävalenz des Rauchens simuliert.

Den Teilnehmern wurde zudem das im vergangenen Jahr veröffentlichte Tobacco Control Playbook vorgestellt, das sie anschließend in praktischen Übungen anwenden konnten.

Der Fokus des Workshops lag auf der Nutzung von Daten für Medienberichte über Tabak und umfasste zwei Seancen zur Nutzung solcher Daten durch Journalisten unter Anleitung eines Datenexperten. In der zweiten dieser Sitzungen konnten die Teilnehmer die Anwendung der Daten im Rahmen ihrer Arbeit praktisch erproben.
Der Workshop betonte auch auf das Lernen von den Erfolgen anderer Länder, die den Tabakgebrauch eingedämmt hatten, und im Verlauf Programms wurde immer wieder auf derartige Beispiele hingewiesen.  Eine weitere Sitzung war dem Studium der Tabakpolitik der Russischen Föderation von der Gesetzgebung über die Anwendung und Öffentlichkeitsarbeit bis zur Auswirkung der  Maßnahmen gewidmet.

Zum krönenden Abschluss nutzten die Teilnehmer alle Daten und Instrumente der beiden Tage zum Entwurf einer Geschichte über ein Nichtrauchergesetz. Die Geschichte soll demnächst im tadschikischen Parlament vorgestellt werden.

Der vom Regionalbüro organisierte Workshop war der dritte seiner Art. Der erste fand im Dezember 2015 in Aschgabat (Turkmenistan), der zweite im April 2016 in Moskau statt. Das Regionalbüro organisierte diese Workshops im Rahmen des Projekts zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten, das vom russischen Gesundheitsministerium finanziert wird.