Tadschikistan startet landesweite Impfkampagne gegen Masern und Röteln

WHO

Als Reaktion auf einen Masernausbruch hat Tadschikistan am 15. Mai 2017 eine landesweite Massenimpfkampagne gestartet, die auf fast 2 Mio. Kinder in der Altersgruppe von 1 bis 9 Jahren abzielt. Bei dem Ausbruch, der im Mai 2016 begann, wurden bisher mehr als 400 bestätigte Fälle registriert.

Internationale Unterstützung für dringend erforderliche Gegenmaßnahmen

Angesichts der wachsenden Zahl bestätigter Masernfälle leisten die Initiative Masern und Röteln, das WHO-Regionalbüro für Europa und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) Unterstützungsarbeit in Bezug auf zusätzliche Impfmaßnahmen, die Beschaffung von Impfstoff gegen Masern und Röteln, Öffentlichkeitsarbeit und soziale Mobilisierung, unabhängige Beobachtung sowie eine nachträgliche Evaluation der Impfquoten.

Handlungsappell

Der Masernausbruch begann im Mai 2016 in einem Bezirk und hat sich seitdem auf 31 der 65 Bezirke bzw. Städte ausgeweitet und auch die Hauptstadt Duschanbe erreicht. Der Ausbruch in Tadschikistan ist einer von derzeit mehreren Ausbrüchen in der Europäischen Region der WHO. Die Entscheidung des Landes zur Einleitung einer Massenimpfkampagne folgte auf einen Appell der WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab, vom 28. März 2017, in dem sie politische Entscheidungsträger, Gesundheitsfachkräfte und Eltern dazu aufrief, unverzüglich Maßnahmen zur Unterbrechung der Übertragung der Masern innerhalb der Landesgrenzen zu ergreifen. Ferner forderte sie alle Länder, die dies bereits erreicht haben, dazu auf, weiterhin wachsam zu bleiben und eine hohe Durchimpfungsrate aufrechtzuerhalten.

Ernste Bedrohung für das regionsweite Eliminierungsziel

Die Masern gehören zu den ansteckendsten und tödlichsten unter den Kinderkrankheiten mit Hautausschlag und Fieber. Doch mit sicheren, wirksamen und kostengünstigen Impfstoffen können sie verhindert werden.

Alle 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region haben die Masernimpfung in ihre Routineimpfpläne aufgenommen und haben sich durch den Europäischen Impfaktionsplan (2015–2020) zu dem Ziel der Eliminierung von Masern und Röteln bekannt. Der gegenwärtige Wiederanstieg der Zahl der Masernfälle lässt auf anhaltende Lücken in der Durchimpfung auf der subnationalen Ebene schließen, die es zu überwinden gilt, wenn die Europäische Region das selbst gesteckte Ziel erreichen will.