Länder aus der Europäischen Region sowie der Region Östlicher Mittelmeerraum bauen mit an globaler Gesundheitsdiplomatie

Ministry of Health, Turkey

Dr Cristina Profili, WHO Representative in Turkey, Professor Recep Akdağ, Minister of Health of Turkey, and Professor Ilona Kickbusch, Course Director with participants at an executive course on global health diplomacy

Vertreter aus zehn Ländern der Europäischen Region und der Region Östliches Mittelmeer erkundeten anlässlich eines Kursus für Führungskräfte zum Thema globale Gesundheitsdiplomatie ihr gemeinsames Interesse an Gesundheit als Thema der Außenpolitik und berichteten darüber, wie sie auf nationaler und regionaler Ebene für die globale Gesundheit zusammenarbeiten. Der Kursus fand vom 26. bis 30. November 2012 in Ankara (Türkei) statt.

Er wurde gemeinschaftlich vom türkischen Gesundheitsministerium, dem WHO-Regionalbüro für Europa und dem Global Health Programme am Graduate Institute of International and Development Studies, Genf (Schweiz) durchgeführt. Zum Teilnehmerkreis zählten Mitarbeiter aus dem diplomatischen Dienst und dem Gesundheitswesen Ägyptens, Aserbaidschans, Kasachstans, Kirgisistans, Libyens, des Sudans, Tadschikistans, der Türkei (Gastgeberin), Turkmenistans und Usbekistans.

„Gesundheit ist das Recht eines jeden Menschen auf der Erde“, sagte Gesundheitsminister Prof. Recep Akdağ in seiner Eröffnungsrede und skizzierte dann ein globales Gesundheitswesen auf der Grundlage universeller Werte. „Unser Vorgehen in der Gesundheitsdiplomatie schafft ein solides Fundament für den Abbau der Benachteiligungen sowohl im Zugang zu den Ressourcen als auch in Bezug auf ihre Verteilung. „Weltweit sollten die Menschen über den gleichen Zugang zu Gesundheit verfügen, sowohl in physischer als auch finanzieller Hinsicht.“

„Gesundheitsdiplomatie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit für mehr Bevölkerungsgesundheit und weniger gesundheitliche Benachteiligung im 21. Jahrhundert“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab in einer Videobotschaft. „In unserer globalisierten und vernetzten Welt müssen wir uns tagtäglich mit einer Vielzahl von Akteuren austauschen und Argumente für die öffentliche Gesundheit vorbringen! „Wir benötigen also gute Argumente, Überzeugungskraft und die erforderliche Reichweite.“ 

„Die gute Gesundheit in der Welt geht von zu Hause aus“, bemerkte die Kursusleiterin Prof. Ilona Kickbusch. „Das Verhältnis unterschiedlicher staatlicher Ebenen zu- und untereinander ist von gegenseitigen Abhängigkeiten gekennzeichnet. Die Schließung der Lücken in Bezug auf Daten, Kapazitäten, Finanzierung, administrativer und konzeptioneller Stimmigkeit und das Vermeiden von Überschneidungen machen Abstimmung, Kapazitätsaufbau und Führungsarbeit erforderlich.“

Neben Prof. Kickbusch waren weitere führende Experten wie der Sondergesandte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für HIV/Aids in Europa und Zentralasien Prof. Michel Kazatchkine sowie Privatdozent Dr. Mihály Kökény von der Universität Debrecen (Ungarn) zugegen. Zu den Ehren- und Gastrednern zählten der Delegationsleiter für die Europäische Union in der Türkei Botschafter Jean-Maurice Ripert, der Residierende Koordinator der Vereinten Nationen und Vertreter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) in der Türkei Shahid Najam, die Beraterin der Ständigen Vertretung der Türkei bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Genf Ebru Ekeman, der Präsident der türkischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (TIKA) Dr. Serdar Çam und der Leiter der Abteilung Internationales der Yıldırım-Beyazıt-Universität Prof. Dr. Mustafa Sıtkı.

Der Kursus über globale Gesundheitsdiplomatie

Der Kursus wurde im Rahmen einer Initiative zum Kapazitätsaufbau für globale Gesundheitsdiplomatie in den Ländern der Europäischen Region der WHO angeboten, wie es in Resolution EUR/RC60/R6 des WHO-Regionalkomitees für Europa angeregt wurde. Der dritte Kursus in Europa diente der Weiterverfolgung der Thematik. Der erste Kursus fand im April 2012 für Bedienstete des Regionalbüros in Kopenhagen und der zweite für Vertreter aus den Mitgliedstaaten des Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerks Ende August in Debrecen (Ungarn) statt.

Schwerpunktthema war die Gesundheitsdiplomatie und ihr Verhältnis zu grenzüberschreitenden Gesundheitsthemen. Künftige Herausforderungen und mögliche Antworten hierauf durch die unterschiedlichen Akteure auf unterschiedlichen Ebenen der Politiksteuerung wurden erörtert. Verhandlungen über gesundheitsbezogene internationale Instrumente und Mechanismen sowie die globale Reaktion auf neue Infektionskrankheiten bildeten einen realistischen Hintergrund für die Gespräche.

Während des Kursus wurden Fallstudien und Verhandlungsprozesse auf nationaler, regionaler und globaler Ebene vorgestellt. Die Inhalte wurden auf fünf Module verteilt:

  • Globale Gesundheit und globale Gesundheitssteuerung
  • Globale Gesundheit und Außenpolitik
  • Entwicklungszusammenarbeit und -diplomatie
  • Globale Gesundheitsdiplomatie
  • Kapazitätsaufbau für die globale Gesundheitsdiplomatie.