Schulung für syrische Ärzte in der Türkei soll Verbesserung der Gesundheitsversorgung ermöglichen

WHO

Zahlreiche Partner unterstützen gemeinsam die Schulung syrischer Ärzte in der Türkei. Die erste Schulung fand im November 2014 statt.

25 syrische Ärzte nutzen nun ihre Fähigkeiten, um in von nichtstaatlichen Organisationen betriebenen Krankenhäusern und in Flüchtlingslagern andere Flüchtlinge medizinisch zu versorgen. Die WHO bemüht sich zusammen mit dem türkischen Gesundheitsministerium, der Yildirim-Beyazit-Universität in Ankara, der Gesundheitsdirektion der Provinz Gaziantep und der Universität Gaziantep um ein innovatives Konzept zur Förderung der vorübergehenden Integration der Gesundheitsfachkräfte unter den syrischen Flüchtlingen in das türkische Gesundheitssystem, um ihnen die gesundheitliche Versorgung syrischer Flüchtlinge in Lagern und in Städten zu ermöglichen.

Die erste einwöchige Schulung über primäre Gesundheitsversorgung in der Türkei fand vom 24. bis 29. November 2014 statt, um syrische Ärzte, die bereits in Lagern nahe der türkisch-syrischen Grenze tätig sind, mit der Arbeit des türkischen Gesundheitswesens vertraut zu machen. Die Schulung beinhaltete u. a. Einblicke in Impfpläne und die Verfügbarkeit von Medikamenten.

Das Projekt, das Bestandteil des Flüchtlingshilfeplans des türkischen Gesundheitswesens ist, stellt eine Intensivierung der Reaktion der WHO auf die Syrien-Krise in der südlichen Türkei dar.

Das Gesundheitsministerium entwickelt derzeit gesetzliche Bestimmungen, die die Ausdehnung von durch nichtstaatliche Organisationen betriebenen Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung in städtischen Gebieten ermöglichen sollen. Diese können in naher Zukunft von syrischen Gesundheitsfachkräften betrieben werden.

Lerninhalte

Zu den Lerninhalten der Schulung gehören grundlegende allgemeinärztliche Leistungen und Angebote der primären Gesundheitsversorgung, moderne familienmedizinische Fachliteratur sowie Schulungsmaßnahmen des Gesundheitsministeriums für Familienärzte. Sie wurden von Mitgliedern der Medizinischen Fakultät der Universität Gaziantep entwickelt. Die Schulung beinhaltet über 30 Vorträge sowie Eingangs- und Abschlussprüfungen, aber auch eine Liste von ca. 200 unentbehrlichen Arzneimitteln für die wichtigsten Krankheiten, die im Rahmen der primären Gesundheitsversorgung behandelt werden. Das Unterrichtsmaterial wurde ins Arabische übersetzt, und zur Erleichterung der Verschreibungspraxis werden die generischen und handelsüblichen türkischen Bezeichnungen der Medikamente aufgelistet. Ein weiterer Bestandteil der Schulung ist ein Besuch in einem Zentrum für Familienmedizin.

Unterstützung für die Schulung

Die WHO hat die Organisation der Schulung insgesamt koordiniert und alle Aktivitäten in Verbindung mit der Einführungsschulung für Ärzte unter den Flüchtlingen finanziell unterstützt, u. a. die Ausarbeitung des Lehrplans, die Schulung der Gesundheitsfachkräfte und die Übersetzung der Unterrichtungsmaterialien ins Arabische.

Die Räumlichkeiten wurden von der Universität Gaziantep kostenlos zur Verfügung gestellt, und die Vorträge wurden von Dozenten der Yildirim-Beyazit-Universität in Ankara und der Universität Gaziantep gehalten.