29 Mio. US-$ für gesundheitliche Hilfsmaßnahmen zugunsten der syrischen Flüchtlinge in der Türkei benötigt

Nach Prognosen der Vereinten Nationen wird die Zahl der in der Türkei lebenden syrischen Flüchtlinge 2015 auf 2,5 Mio. steigen, von denen 300 000 in Lagern leben werden. Für die gesundheitlichen Maßnahmen der Partnerorganisationen, die der türkischen Regierung bei der Unterbringung und Unterstützung der Flüchtlinge unter die Arme greifen, werden in diesem Jahr etwa 29 Mio. US-$ benötigt. Davon entfallen 3,8 Mio. US-$ auf die WHO.

Mit Stand vom Oktober 2014 hatte die Türkei nach Schätzungen 1,6 Mio. syrische Flüchtlinge aufgenommen, von denen ca. 221 000 in Lagern und 1,4 Mio. in örtlichen Gemeinschaften leben. Die türkische Regierung hat bei den Hilfs- und Schutzmaßnahmen in dem Land die Federführung übernommen; die anderweitige Unterstützung wird vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) und vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen im Rahmen des Regionalplans Flüchtlinge und Resilienz (2015–2016) koordiniert. Die federführenden Organisationen für die Hilfsmaßnahmen im Gesundheitsbereich sind die WHO und das UNHCR.

Die Reaktionspläne im Gesundheitsbereich für 2015 umfassen folgende Elemente:

  • Stärkung der Koordination der wesentlichen gesundheitlichen Gegenmaßnahmen und Straffung der Entscheidungsprozesse in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und anderen Akteuren;
  • Fortsetzung und Ausbau der unentbehrlichen Gesundheitsleistungen für die syrischen Flüchtlinge (einschließlich Medikamente für chronisch Kranke);
  • Ausbau der Surveillance, Entdeckung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (einschließlich Impfmaßnahmen);
  • Stärkung von Interventionen für Gesundheitsförderung und Gesundheitsschutz, einschließlich der Bereiche Reproduktionsgesundheit, Ernährung sowie sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt;
  • Förderung des Zugangs zur psychischen Gesundheitsversorgung und zu spezialisierten psychosozialen Diensten.