Unterstützung der Notfallhilfe in Aleppo aus der türkischen Stadt Gaziantep

WHO Regional Office for the Eastern Mediterranean.

Die Belagerung von Ost-Aleppo im Norden der Arabischen Republik Syrien hat verheerende Folgen für das Gesundheitssystem der Stadt, wo inzwischen weniger als 30 Ärzte für die Versorgung von mehr als 270 000 Menschen verantwortlich sind. Die Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und müssen den immer schneller wachsenden Versorgungsbedarf bewältigen. Das Gesundheitspersonal arbeitet unter extremer Stressbelastung und muss mit der ständigen Angst vor Luftangriffen leben. Jedes Krankenhaus in der Stadt wurde schon mindestens einmal getroffen; insgesamt sind nur noch sieben Krankenhäuser in Betrieb – und nur noch teilweise funktionsfähig.

Immer mehr verletzte Patienten benötigen eine Traumaversorgung innerhalb der belagerten Stadt, und das Gesundheitspersonal verfügt nur über begrenzte Kapazitäten zur Handhabung dieser Fälle, insbesondere während der prähospitalen Phase. Um den Aufbau von Kapazitäten unter den Gesundheitsfachkräften zu fördern, hat die WHO am 3. Oktober von Gaziantep aus per Videokonferenz ihre erste Schulung über prähospitale Versorgung abgehalten. An der Veranstaltung nahmen insgesamt 23 Pflegekräfte und Sanitäter aus Ost-Aleppo teil. „Bei der Traumaversorgung kommt es entscheidend auf die prähospitale Phase – also von der Abholung der Patienten bis zur Ankunft im Krankenhaus – an“, erklärt Dr. Mohamed El Gazzar, Fachreferent der WHO für Chirurgie und Traumaversorgung. „80% bis 90% der Todesfälle ereignen sich in dieser Phase, und deshalb ist es so wichtig, dass die Gesundheitsfachkräfte für den richtigen Umgang mit den betroffenen Patienten geschult werden. Dies kann die Überlebenschancen der Patienten erheblich erhöhen.“

Infolge der Belagerung der Stadt erhalten Hunderte von Menschen in Ost-Aleppo nicht die benötigte medizinische Behandlung. Die WHO will, sobald die Stadt wieder frei zugänglich ist, die medizinisch notwendigen Evakuierungen ermöglichen, und stellt von ihren Schaltzentralen in Gaziantep und Damaskus aus schon im Voraus Medikamente und andere Hilfsgüter für Notfallversorgung und Operationen bereit, um so ihre grenz- und frontlinienüberschreitenden Hilfsmaßnahmen zu verstärken.