Syrische Flüchtlinge in der Türkei

Als federführende Instanz unter den im Norden der Arabischen Republik Syrien und in der südlichen Türkei tätigen Partnerorganisationen ermöglicht die WHO ein breites Spektrum lebensrettender Interventionen. So arbeitet sie gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern im Gesundheitsbereich darauf hin, den syrischen Flüchtlingen in der Türkei einen kontinuierlichen und chancengleichen Zugang zu lebensrettenden Gesundheitsmaßnahmen zu sichern.

Präsenz der WHO in Gaziantep

Die WHO richtete im Oktober 2013 eine Feldpräsenz in Gaziantep ein, die sie nachfolgend im Zuge der Verstärkung ihrer Kapazitäten und Aktivitäten ausweitete. In der südlichen Türkei liegt der Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf einigen kritischen Funktionen, die sich an dem Rahmen der WHO für die Reaktion im Krisenfall orientieren: gesundheitspolitische Koordination, Informationsmanagement, Bereitstellung von Sachverstand und unentbehrliche Leistungen. Zu den konkreten Maßnahmen gehören: 

  • Aufbau von Kapazitäten unter den syrischen Gesundheitsfachkräften; 
  • fachliche Unterstützung für Ausbruchsbekämpfung und Impfkampagnen; 
  • Bereitstellung lebensrettender Geräte und Arzneimittel;
  • Entwicklung und Verbreitung von Informationsmaterial für die Flüchtlinge. 

Mit der Feldpräsenz der WHO in Gaziantep wurde auch die Reaktion auf die jüngsten Ausbrüche von Polio und Masern im Norden der Arabischen Republik Syrien unterstützt und erleichtert.

Unterstützung für das türkische Gesundheitsministerium

In enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium bewertet und dokumentiert die WHO den Bedarf der syrischen Flüchtlinge, um ihren Zugang zu unentbehrlichen Gesundheitsleistungen zu verbessern. Sie stellt regelmäßige Unterstützung und technischen Sachverstand zur Verfügung und ist dem Ministerium auch in dringenden Gesundheitsfragen behilflich. So organisierte sie im Bezirk Suruç eine Impfkampagne, nachdem dort insgesamt etwa 190 000 syrische Flüchtlinge eingetroffen waren.

Bereitstellung unentbehrlicher Arzneimittel und Hilfsgüter

Die Koordinierung der Bereitstellung unentbehrlicher Arzneimittel und medizinischer Hilfsgüter ist von entscheidender Bedeutung für die Bewältigung von Notlagen. Bisher hat die WHO 86 Notfall-Kits – darunter sog. „Interagency Emergency Health Kits“, zusätzliche Komponenten und chirurgische Ausrüstung – beschafft und Vorbereitungen für deren Verteilung in Gaziantep und Kilis sowie in den Provinzen Şanlıurfa und Hatay getroffen. Damit soll der Bedarf von 140 000 Menschen an Leistungen der primären Gesundheitsversorgung für drei Monate gedeckt und die für die Behandlung von 300 Notfällen und die Durchführung von 3000 Operationen für Verwundete (einschließlich einer zehntägigen postoperativen Versorgung) benötigte Ausrüstung bereitgestellt werden.

Zusammen mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen organisiert die WHO fachliche Workshops zu vorrangigen Themen wie psychische Gesundheit und psychosoziale Versorgung.