Ukraine: Seit 2010 Rückgang der Raucherzahlen um 20%

NGO Life

Den Ergebnissen einer weltweiten Befragung zum Rauchverhalten Erwachsener (GATS) zufolge, ging die Zahl der rauchenden Erwachsenen in der Ukraine in den vergangenen sieben Jahren um 20% zurück. Dieser Rückgang ist die Folge einer verschärften Gesetzgebung der Ukraine entsprechend den Empfehlungen der WHO zur Eindämmung des Tabakkonsums.

Während der Vorstellung der GATS-Daten stellte die Repräsentantin der WHO und Leiterin des Länderbüros in der Ukraine Dr. Marthe Everard fest: „Die Ukraine hat das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs 2006 ratifiziert und seitdem den Tabakkonsum stärker reglementiert. Dies half mit, einen so signifikanten Rückgang herbeizuführen. Allerdings bleibt noch viel zu tun. Alle Akteure (Regierung, Politik, Fachwelt, Wissenschaft, Zivilgesellschaft) müssen sich hierfür engagieren und miteinander kooperieren.“ Sie fügte hinzu, dass die GATS-Daten dem Land helfen, Hindernisse für eine weitere Reduktion der Raucherzahlen zu erkennen und zu verstehen, wie sie überwunden werden können.

Dr. Gauden Galea, Direktor der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf am Regionalbüro, stellte fest, dass die Ukraine zwar Fortschritte erzielt habe, jedoch noch mehr zu einer vollständigen Umsetzung des Rahmenübereinkommens tun müsse: „Global sterben jährlich mehr als sieben Millionen Menschen an einer Erkrankung als Folge des Rauchens und der Tabakkonsum ist in der Europäischen Region insgesamt ebenso wie in der Ukraine immer noch zu hoch. Die meisten dieser Todesfälle könnten und sollten durch eine wirksamere Eindämmung des Tabakgebrauchs verhindert werden. Die Länder müssen hierfür die Verfügbarkeit von Tabakerzeugnissen einschränken, die Preise erhöhen und die Vermarktung begrenzen.

Laut Studie rauchen heute weniger Männer

Zwischen 2010 und 2017 sank der Anteil der regelmäßig Tabak konsumierenden Bevölkerung um 20%. Dies ist größtenteils auf das Verhalten der Männer zurückzuführen, denn der Anteil der rauchenden Frauen blieb nahezu konstant. 2017 rauchten in der Ukraine 7,2 Millionen Erwachsene täglich (35,9% aller Männer und 7,0% aller Frauen).

Ein Vergleich der Ergebnisse aus den Jahren 2010 und 2017 zeigt, wie positiv sich die Eindämmungsmaßnahmen auf eine Reihe von Faktoren auswirkten: Passivrauchen zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit ging zurück, die Durchdringung der Gesellschaft mit Tabakwerbung nahm ab, die Preise für Tabakerzeugnisse stiegen erheblich und die Bevölkerung ist sich der schädlichen Wirkung des Tabaks bewusster geworden.

Die Befragung zeigte jedoch auch Bereiche auf, in denen keine Fortschritte erzielt wurden. Weniger Erwachsene erwägen derzeit das Rauchen aufzugeben, was mit nachlassender Öffentlichkeitsarbeit hierfür zusammenhängen könnte. Gleichzeitig wird in der Öffentlichkeit weiter geraucht und für Rauchen geworben, obwohl beides offiziell verboten ist.

Befolgung der WHO-Leitlinien

Die Ergebnisse von GATS aus dem Jahr 2017 werden die Grundlage für die Weiterentwicklung der ukrainischen Eindämmungspolitik gemäß den Anforderungen des Rahmenübereinkommens bilden. Dringend zu bearbeitende Felder sind etwa:

  • Maßnahmen zur Durchsetzung der Gesetze, insbesondere in Bezug auf das Rauchen an öffentlichen Plätzen und die Vermarktung von Tabakerzeugnissen;
  • Zugang zu kostenlosen Angeboten der Raucherentwöhnung;
  • Verstärkte Warnung vor Tabakkonsum;
  • Fortlaufende Verteuerung der Tabakerzeugnisse durch wirksame Steuererhöhungen.