Usbekistan stärkt Sicherheit und Belastbarkeit seiner Krankenhäuser

WHO

Die WHO wird einen defekten Generator im Taschkenter Unfallkrankenhaus zur Sicherung der Notstromversorgung im Falle eines Stromausfalls ersetzen.

Ein störungsfrei funktionierendes Gesundheitswesen ist im Krisen- und Katastrophenfalle von großer Bedeutung. Die reibungslose Funktion eines Krankenhauses hängt dabei von vielen Faktoren ab, etwa der Sicherheit der Gebäude, der unentbehrlichen Systeme und der Ausrüstungen sowie der Kapazitäten des Hauses für Notlagen- und Katastrophenmanagement. Die Initiative für sichere Krankenhäuser arbeitet für eine der Prioritäten aus den fünf Botschaften des Sendai-Rahmens für Katastrophenrisikominderung, auf den sich 186 Länder im März 2015 einigten.

Das Regionalbüro für Europa unterstützt in diesem Kontext das usbekische Gesundheitsministerium durch eine Schulung nationaler Sachverständiger in der Anwendung des WHO-Indexes für Krankenhaussicherheit (2. Ausgabe), das ein Instrument zur Bewertung der Sicherheit und Krisenfestigkeit von Krankenhäusern im Fall von Notfällen und Katastrophen ist.

Kapazitätsaufbau mit Fachleuten

Vom 29. Juni bis 3. Juli 2015 schulte ein Sachverständiger der WHO 13 usbekische Experten vor Ort in der Anwendung des Indexes für Krankenhaussicherheit. Auf usbekischer Seite waren Ingenieure aus den Bereichen Krankenhausbau und -unterhalt, Stromtechnik, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Heizungssysteme sowie Wartungstechniker für Diagnosegeräte und Ärzte aus dem Praxisalltag der Krankenhäuser vertreten.

Diese multidisziplinäre Gruppe besuchte nach der Schulung drei Taschkenter Krankenhäuser - das Notfallkrankenhaus, das Bezirkskrankenhaus und die neurochirurgische Klink der Republik - um das Instrument in der Praxis anzuwenden, Daten über Stärken und Schwächen der Einrichtungen zu sammeln und Wege zur Erhöhung der Sicherheit und der Krisenbewältigungskapazität der Häuser im Krisen- und Katastrophenfalle aufzeigen.  Drei Berichte samt Empfehlungen und Indexberechnungen wurden anschließend dem Gesundheitsministerium zugeleitet.

Das Bewertungsteam legte die Befunde dem stellvertretenden Gesundheitsminister Dr. Saidaliev zum Abschluss des Besuchs persönlich vor. Dr. Saidaliev sagte, dass die Katastrophenbereitschaft in seinem Lande verstärkt werden müsse, und lud die WHO dazu ein, weitere einschlägige Schulungen durchzuführen und das Land in seiner Bereitschaftsplanung zu unterstützen.   

Das usbekische Team kann künftig die Bewertungen der Krankenhäuser selbstständig durchführen. Viele der in der Bestandsaufnahme abgegebenen Empfehlungen sind kostengünstig und im Rahmen der regulären Krankenhausbudgets umsetzbar. Außerdem wird die WHO einen Generator an das städtische Notfallkrankenhaus liefern, das derzeit über kein funktionierendes Notstromaggregat verfügt, damit Chirurgie- und Intensivstation im Falle eines Stromausfalls weiter arbeiten können.  

Die WHO fordert alle nationalen Entscheidungsträger mit Nachdruck auf, den Index für Krankenhaussicherheit zu nutzen und störungsanfälligen Gesundheitseinrichtungen angemessene Mittel für den Krisen- und Katastrophenfall zur Verfügung zu stellen.