EVIPNet: Erkenntnisse für die Politik

WHO

Teilnehmer beim Start des EVIPNet für Europa. Foto: WHO

Die WHO hat in der vergangenen Woche während eines Workshops in Bischkek (Kirgisistan) ein neues Netzwerk für evidenzbasierte Politik (Evidence-Informed Policy Network, kurz EVIPNet) vorgestellt. Das EVIPNet soll die systematische Anwendung von Gesundheitsforschung für die Politikgestaltung fördern. Es bringt Akteure aus vielen Sektoren zusammen, damit diese Grundsatzfragen formulieren, Hintergrundpapiere erstellen und Wege aufzeigen können, wie sich Erkenntnisse in praktische Politik ummünzen lassen.

Das EVIPNet etabliert zunächst den Kontakt zwischen Forschern und politischen Entscheidungsträgern, baut dann die Länderteams unter Einbezug nichtstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen auf und vereint so lokale Erfahrungen vor Ort mit belastbaren weltweit gewonnenen Erkenntnissen. Zunächst soll das EVIPNet in den zentralasiatischen Republiken mit einer Reihe von Workshops ausgebaut werden, auf denen die Teilnehmer verschiedene Methoden zur Unterstützung einer evidenzgeleiteten Gesundheitspolitik ihres Landes erlernen. Konkret bezwecken diese Workshops:

  • die Teilnehmer auf Instrumente und Ressourcen aufmerksam zu machen, welche die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch Gesundheitspolitiker und -akteure unterstützen,
  • die Fähigkeit zur Beschaffung, Bewertung, Anpassung und Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fördern,
  • Handlungsmöglichkeiten der teilnehmenden Organisationen zur besseren Unterstützung der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die politische Gestaltung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region aufzuzeigen.

Die Vorstellung erfolgte am 10. Oktober 2012 im Rahmen eines regionalen Workshops der Kommission für Information und Rechenschaftslegung über die Gesundheit von Frauen und Kindern, der in Bischkek (Kirgisistan) stattfand.

Vertreter aus Aserbaidschan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan waren ebenso zugegen wie Vertreter von Partnerorganisationen wie dem Overseas Development Institute (Vereinigtes Königreich), dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und der Internationalen Entwicklungsbehörde der Vereinigten Staaten. Die Veranstalter gaben auch die Ernennung von Tanja Kuchenmüller aus dem WHO-Hauptbüro zur neuen Ansprechperson für die Arbeit des EVIPNet in der Region bekannt.

Über EVIPNet

Das EVIPNet ist eine Initiative der WHO, die den systematischen Gebrauch gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse für die Politikgestaltung fördert. In erster Linie für Länder mit niedrigem bis mittlerem Volkseinkommen fördert es die Schaffung von Teams auf Länderebene (aus politischen Entscheidungsträgern, Forschern und Vertretern der Zivilgesellschaft), welche eine konzeptionelle Entwicklung und praktische Umsetzung auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse von der globalen wie der lokalen Ebene fördern. Die Teams auf Länderebene sind selbst Teil des umfassenderen EVIPNet, das auf regionaler wie globaler Ebene koordiniert wird und in allen WHO-Regionen präsent ist.