Aufruf zur Einreichung von Artikeln für das Public Health Panorama

Einreichungsfrist: 31. Januar 2016

Das WHO-Regionalbüro für Europa ruft zur Einreichung von Beiträgen für die zweite Ausgabe seines Fachjournals Public Health Panorama auf, die sich mit ressortübergreifenden Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit und dem Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten in der Europäischen Region befasst.

Das Public Health Panorama wurde vom Regionalbüro im Frühjahr 2015 gestartet. Seine zweite Ausgabe war eine themenbezogene Ausgabe über ressortübergreifende Maßnahmen für Gesundheit und Wohlbefinden.

Als Artikel für die nächste themenbezogene Ausgabe kommen Berichte über wissenschaftliche Forschungsarbeiten oder praxisorientierte Fallstudien in Frage, in denen die Lehren und Erfahrungen aus der langen Geschichte solcher Maßnahmen in der Europäischen Region der WHO hervorgehoben werden.

Ressortübergreifende Maßnahmen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung

Eines der Ziele dieser themenbezogenen Ausgabe ist es, die Diskussion über ressortübergreifende Maßnahmen im Kontext der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu stärken, die von allen Mitgliedstaaten im September 2015 angenommen wurden. Die Ausgabe soll aus Artikeln über ressortübergreifende Maßnahmen aus all jenen Politikbereichen bestehen, die für den Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten und für die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden von Bedeutung sind. Die Beiträge sollen eine stärkere Evidenzgrundlage für Grundsatz- und Planungsentscheidungen liefern.

Ressortübergreifendes Handeln und Gesundheit 2020 

Ressortübergreifende Maßnahmen für Gesundheit und Wohlbefinden sind eine grundlegende Voraussetzung für die vollständige Verwirklichung der Vision von „Gesundheit 2020". „Gesundheit 2020" propagiert eine Politiksteuerung für Gesundheit, wobei ein besonderer Nachdruck auf nachhaltige systembezogene und ressortübergreifende Maßnahmen im Rahmen gesamtstaatlicher und gesamtgesellschaftlicher Ansätze für Gesundheit in allen Politikbereichen gelegt wird. Nur mit solchen Ansätzen lassen sich die wachsenden systemischen Risiken für die Gesundheit wirksam in Angriff nehmen und neue Chancen optimal nutzen. 

In den Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region wächst die Bereitschaft zu ressortübergreifenden Maßnahmen für Gesundheit. Im April 2015 war diese Thematik Gegenstand zweier spezieller Fachtagungen. Die Tagung „Förderung ressort- und organisationsübergreifender Maßnahmen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden in der Europäischen Region der WHO: Synergieeffekte zwischen Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik" fand in Paris, und die Tagung „Stärkung der Gesundheitsaspekte in der Außenpolitik und der Entwicklungszusammenarbeit" in Berlin statt. Das Thema wurde auch auf hochrangigen politischen Foren wie der Tagung des Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerks im Juni 2015 in Belgrad (Serbien) und der zweiten hochrangigen Tagung der Initiative kleiner Länder im Juli 2015 in Andorra la Vella (Andorra) behandelt.

Im September 2015 waren ressortübergreifende Maßnahmen für Gesundheit das zentrale Thema der 65. Tagung des Regionalkomitees in Vilnius (Litauen). Ferner bildeten sie die Grundlage für die Diskussionen auf der im Oktober 2015 in Minsk (Belarus) abgehaltenen Europäischen Ministerkonferenz der WHO zum Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020 und die daraus hervorgegangene Erklärung von Minsk.

Leitlinien für die Einreichung von Artikeln

Die eingereichten Artikel sollten sich mit bewährten Praktiken bei der ressortübergreifenden Politiksteuerung für Gesundheit und Wohlbefinden befassen, sei es auf Ebene der Europäischen Region der WHO, einzelner Mitgliedstaaten oder der subnationalen Ebene. Bevorzugt werden solche Beiträge, in denen ergebnisorientierte Ansätze, erfolgreiche Praktiken, innovative Lösungen und einschlägige Lehren erläutert werden.

Eine ressortübergreifende Kooperation und Politiksteuerung zwischen den Ressorts Gesundheit, Bildung, Soziales und Beschäftigung wird ein prägendes Merkmal dieser Ausgabe sein.

In den Beiträgen sollten ausdrücklich die Funktionen ressortübergreifender und gesamtstaatlicher Ansätze bei der Verfolgung von Prioritäten der Gesundheitspolitik und der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt werden, wie etwa:

  • die Rolle ressortübergreifender Ansätze bei der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung;
  • gesundheitliche Ungleichheiten, auch unter anfälligen Bevölkerungsgruppen;
  • die Sicherung eines gesunden Starts ins Leben und einer gesunden Kindheit;
  • die Bewältigung von komplexen gesundheitlichen Herausforderungen wie nichtübertragbaren Krankheiten, Adipositas, Alterung und psychischer Gesundheit unter Schwerpunktlegung auf die sozialen Determinanten von Gesundheit und gesundheitlicher Chancengleichheit;
  • die Einrichtung neuer ressortübergreifender Partnerschaften, etwa zur Umsetzung des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa;
  • die Verbesserung der Gesundheitskompetenz, die Befähigung zu selbstbestimmtem Handeln und der Aufbau widerstandsfähiger Gemeinschaften.

Die Artikel sollten sich auf eines oder mehrere der folgenden Elemente beziehen:

  • Prozesse, Instrumente und Mechanismen der ressortübergreifenden Politiksteuerung für Gesundheit auf politischer, strategischer oder fachspezifischer Ebene;
  • politische, finanzielle und rechtliche Überlegungen für eine ressortübergreifende Politiksteuerung;
  • die Nachhaltigkeit der Prozesse, Instrumente und Mechanismen; 
  • die Beobachtung und Bewertung ressortübergreifender Prozesse oder Mechanismen;
  • Rahmen bzw. Verfahren für die Rechenschaftslegung.

Wir begrüßen Erfahrungsberichte aus Ländern mit niedrigem Volkseinkommen oder Schwellenländern. Die Manuskripte können in englischer oder russischer Sprache eingereicht werden. Sie sollten sich an den Leitlinien für Autoren orientieren, und im Anschreiben sollte auf diesen Aufruf Bezug genommen werden. Alle eingereichten Manuskripte werden fachlich begutachtet. Sollten Sie weitere Fragen haben, richten Sie diese bitte an panorama@euro.who.int.

Der Termin für die Einreichung von Beiträgen ist der 31. Januar 2016.