Neues Kooperationszentrum zu kulturellen Kontexten von Gesundheit an der Universität Exeter

Daten und Statistiken werden schon lange als Bestandteil aufgeklärter und evidenzbasierter Grundsatzentscheidungen für die öffentliche Gesundheit anerkannt. Doch zunehmend – und besonders nach Annahme des Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“ – wird stärkeres Gewicht auf die Prüfung kultureller Einflussfaktoren für Gesundheit und Wohlbefinden gelegt. Wie etwa können Religion und Tradition die Ernährung einer bestimmten Gruppe beeinflussen? Wie beeinflussen örtliche Sitten und Werte Gesundheitsmaßnahmen im Falle eines Seuchenausbruchs? Die Untersuchung der kulturellen Kontexte von Gesundheit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Verständnis der Erfahrungen und Lebensweisen der Menschen, das letztlich zu besserer öffentlicher Gesundheit in der gesamten Europäischen Region der WHO führen kann.

Zur Ausweitung ihrer Arbeit mit kulturellen Kontexten von Gesundheit hat die WHO das Zentrum für Medizingeschichte der Universität Exeter (Vereinigtes Königreich) zunächst bis 2020 zu einem Kooperationszentrum gemacht. Dadurch erhält die WHO die Gelegenheit zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Medizingeschichte und Sozialwissenschaften einer international anerkannten interdisziplinären Drehscheibe, um die kulturellen Kontexte von Gesundheit und Wohlbefinden besser untersuchen und die Erkenntnisgrundlage erweitern zu können, derer sich Politikgestalter weltweit bedienen.

Zentrum baut auf Projekt für kulturelle Kontexte von Gesundheit auf

Das Projekt für kulturelle Kontexte von Gesundheit des Regionalbüros (CCH) schafft eine Grundlage für das Kooperationszentrum. Es soll die vielfältigen Wege und Weisen untersuchen, auf denen Kultur gute Gesundheit und Wohlbefinden fördern oder verhindern kann. Es soll eine aufgeklärte Politikgestaltung für die öffentliche Gesundheit durch ein nuanciertes Verständnis vom Einfluss kultureller Kontexte auf Gesundheit und Gesundheitsversorgung unterstützen. Dies soll erreicht werden durch mehr Überzeugungsarbeit und eine bessere Verzahnung der Forschungsergebnisse der Human- und Sozialwissenschaften mit der Arbeit der WHO.

Das Zentrum wird vom Wellcome Trust und der Universität Exeter finanziert. Kodirektor Prof. Mark Jackson sagt: „Wir sind entzückt darüber, so eng mit den Kolleginnen und Kollegen der WHO zusammenarbeiten zu können. Wir möchten herausfinden, wie die Erkenntnisse aus Human- und Sozialwissenschaften dazu genutzt werden können, innovative und effektive Initiativen zur Unterstützung der öffentlichen Gesundheit zu entwickeln und zu bewerten.“

Dr. Claudia Stein, Direktorin der Abteilung Information, Evidenz, Forschung und Innovation am Regionalbüro sagt: „Brücken zu schlagen zwischen Fachleuten für öffentliche Gesundheit, Politikgestaltern und Wissenschaftlern ist wesentliches Element unserer Suche nach neuartigen Erkenntnissen für das 21. Jahrhundert.“ Die Universität Exeter wird in diesem für den Bereich der Gesundheitsinformationen so spannenden neuen Kapitel ein hochgeschätzter Partner sein.“

TWeltweit gibt es in ca. 80 Ländern über 700 Kooperationszentren der WHO, die sich in unterschiedlichsten Bereichen für die öffentliche Gesundheit einsetzen.