Die Krankheitslast der Europäischen Region

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Back and neck pain is the fourth most common condition in the burden of disease in the European Region.

In der Europäischen Region der WHO entsteht gerade ein Netzwerk, das sich dem Kapazitätsaufbau und Erfahrungsaustausch in Bezug auf die Krankheitslast widmet. Es umfasst bislang Vertreter aus elf Mitgliedstaaten der Europäischen Region, die am 21. und 22. September 2016 in London erstmals tagten.

Für den Ansatz der Krankheitslast werden Mortalität, Morbidität und Behinderung gemessen, um die Auswirkungen von Krankheit auf die Bevölkerung zu erfassen. Während sich Gesundheitspolitik traditionell vornehmlich auf Todesursachen konzentriert, wird mit dem umfassenderen Ansatz der Krankheitslast versucht, die gesamte reale Lebenswelt der Menschen einzubeziehen. Gemessen wird die Wirkung von Krankheit und Behinderung anhand der um Behinderung bereinigten Lebensjahre (DALY), damit die Auswirkung von Krankheit unter Berücksichtigung des Alters angezeigt werden kann. Diese Vorgehensweise rückt Behinderungen stärker in das Zentrum der Erwägungen zu Wohlbefinden und Lebenserwartung und ermöglicht die Betrachtung wirtschaftlicher Auswirkungen von Krankheit. Die WHO ist seit den 1990er Jahren eine starke Verfechterin dieses Ansatzes.

Was zerstört Leben und Wohlbefinden?

Dr. Claudia Stein, Direktorin der Abteilung Information, Evidenz, Forschung und Innovation, erklärte: „Es reicht nicht aus aufzuzeichnen, warum jemand stirbt. Die Leben der Menschen werden oft durch Krankheiten zerstört, die zwar nicht töten, aber Behinderung und Schmerz auslösen, etwa Depressionen und Rückenschmerzen, und sich furchtbar auf den Alltag der Menschen auswirken. Der Ansatz der Krankheitslast stellt sicher, dass auch diese Aspekte berücksichtigt werden und in die Planung von Gesundheitsangeboten einfließen können, damit sich die Lage für die einzelne Person und das Gesundheitssystem insgesamt bessert.“

Mindestens acht der 53 Mitgliedstaaten der Region haben bereits Studien zur Krankheitslast durchgeführt (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien und das Vereinigte Königreich).

Gegenüberstellung der zwölf wichtigsten Ursachen für Tod und Krankheitslast in der Region* (*WHO 2012)

  Todesursachen Krankheitslast
1 ischämische Herzkrankheit ischämische Herzkrankheit
2 Schlaganfall Schlaganfall
3 Luftröhren-, Bronchien- und Lungenkrebs Unipolare depressive Störungen
4 Chronische obstruktive LungenerkrankungenRücken- und Halsschmerzen
5 Kolon- und RektumkrebsLuftröhren-, Bronchien- und Lungenkrebs
6 Alzheimer-Krankheit und DemenzAlkoholbedingte Erkrankungen
7 Hypertensive HerzkrankheitChronisch obstruktive Lungenerkrankungen
8 Infektionen der unteren AtemwegeStürze
9 BrustkrebsDiabetes mellitus
10 Diabetes mellitusVerkehrsunfälle
11 Magenkrebs Leberzirrhose
12 ProstatakrebsAlzheimer-Krankheit und Demenz

Harmonisierung der Methoden zur Bestimmung der Krankheitslast in der Region

Die Methodik zur Bestimmung der Krankheitslast ist komplex und wird variabel gehandhabt. Das erschwert die Vergleichbarkeit der Studien und kann die Qualität der gezogenen Schlussfolgerungen beeinträchtigen. Dieses Netzwerk der WHO ist Teil der Europäischen Gesundheitsinformations-Initiative und strebt eine Harmonisierung der Methoden in den Ländern an, um einen sinnvollen Wissensaustausch zu ermöglichen.

Das Regionalbüro veranstaltete die erste Tagung gemeinsam mit dem Institute for Health Metrics and Evaluation der Universität Washington (Vereinigte Staaten von Amerika) und Public Health England. Sie brachte Teilnehmer aus den teilnehmenden Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Portugal, die Russische Föderation, Schweden, Schweiz, Serbien und das Vereinigte Königreich) sowie aus Estland und Georgien an einen Tisch.