Projekt Kulturelle Kontexte von Gesundheit erhält Zuschuss zur Ausweitung der Evidenzgrundlage für Gesundheit 2020

Das Projekt Kulturelle Kontexte von Gesundheit soll zwei Jahre lang daran arbeiten, eine bessere Evidenzgrundlage für zentrale Konzepte aus „Gesundheit 2020“ wie subjektives Wohlbefinden, Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und Befähigung zu schaffen. Diese zweijährige Arbeit wird möglich mit einer Unterstützung der in den Vereinigten Staaten von Amerika ansässigen Robert-Wood-Johnson-Stiftung in Höhe von 250 000 US-$. Mithilfe dieses Zuschusses wird das Projekt umsetzbare Strategien entwickeln, welche die Systeme des 21. Jahrhunderts in der Priorisierung von Gesundheit und Wohlbefinden und der Förderung der gesundheitsbezogenen Einzelziele zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung unterstützen.

Das Projekt ist unter dem Dach der Europäischen Gesundheitsinformations-Initiative angesiedelt, einem aus einer Vielzahl von Mitgliedern bestehenden Netzwerk der WHO, das sich für bessere und stimmigere Gesundheitsberichte aus den 53 Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO einsetzt. Die Ergebnisse aus dem Projekt werden breit an maßgebliche staatliche wie nichtstaatliche Akteure gestreut, damit ein kurzer Weg von der Theorie in die Praxis erreicht wird.

Konkret soll das Projekt mit folgenden Ergebnisse aufwarten:

  • kulturelle Einfallswinkel zur Messung von Gesundheit und Wohlbefinden,
  • sinnvolle Meldeverfahren auf Ebene der Länder, die quantitative und qualitative Gesundheitsinformationen beinhalten und auch in Kontexten außerhalb der Europäischen Region eingesetzt werden können,
  • Erfahrungsaustausch mit politischen Entscheidungsträgern über Bedeutung und Nutzen von Gesundheitsinformationen, die über Zahlen hinausreichen, zum besseren Verständnis der zentralen Antriebskräfte eines positiven, holistischen Wohlbefindens.

Eine einzigartige Chance für das Lernen

Dr. Claudia Stein, Direktorin der Abteilung Information, Evidenz, Forschung und Innovation sagte hierzu: „Das Projekt Kulturelle Kontexte von Gesundheit ist eines unserer neuesten Unternehmungen und wir sind sehr dankbar, dass die Robert-Wood-Johnson-Stiftung entschieden hat, in unser Vorhaben zu investieren. Uns ermutigt insbesondere die Gewissheit, dass sich die Erkenntnisse aus diesem Projekt Dank der Kooperation auch außerhalb unserer Region, etwa in den Vereinigten Staaten, positiv auswirken können.“

„Unsere Zusammenarbeit mit dem WHO-Regionalbüro für Europa in Bezug auf das Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ eröffnet uns eine einzigartige Chance zum Lernen, durch die wir unsere fortlaufende Arbeit in den USA für den Aufbau einer Gesundheitskultur neu gestalten können,“ sagte Dr. Alonzo Plough, Vizepräsident der Abteilung Forschen-Auswerten-Lernen und Leitender Wissenschaftsreferent der Robert-Wood-Johnson-Stiftung. „Wir wollen diese parallele Bemühung für mehr Gesundheit und Wohlbefinden gerne genauer erkunden und daraus konkrete Lehren für das Messen eigener Fortschritte in unserem Prozess ziehen.“

Das Bewusstsein von den kulturellen Kontexten, die sich auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken, ist für die Arbeit der WHO von zentraler Bedeutung. Seit der Annahme von „Gesundheit 2020“, dem gesundheitspolitischen Rahmenkonzept der Europäischen Region, wird mehr Gewicht auf die Wahrnehmung auch des Wohlbefindens der Bevölkerung in der Europäischen Region gelegt. Die Herausforderung besteht darin, die Auswirkungen von Kultur auf Wahrnehmungen, Zugangsmöglichkeiten und Erfahrungen hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden systematisch zu untersuchen. Das Regionalbüro betreibt das Projekt Kulturelle Kontexte von Gesundheit mit dem Ziel, tiefer gehende Analysen in diesem wichtigen Feld voranzutreiben.