Bericht zeigt Fortschritte hinsichtlich Zielvorgaben für Gesundheit 2020

Ein neuer Bericht zur Verwirklichung der Werte und Grundsätze von „Gesundheit 2020“ in den Ländern der Europäischen Region der WHO weist auf allgemeine Fortschritte hin. Zwischen 2010 und 2016 stieg der Anteil der Länder, die Konzepte zur Überwindung gesundheitlicher Ungleichheiten verfolgten, unter den erhaltenen Antworten von 88 auf 98%.  Auch der Anteil der Länder, die ihre Politik auf „Gesundheit 2020“ abstimmten, stieg im gleichen Zeitraum von 58 auf 92%.

Von 53 Mitgliedstaaten in der Region meldeten 43 folgende Fortschritte im Jahr 2016:

  • 98% der Antworten besagten, dass die Gesundheitspolitik des Landes zentrale Prioritäten aus „Gesundheit 2020“ in Angriff nehme, um gesundheitliche Benachteiligungen und ihre sozialen Determinanten zu überwinden und mehr Gesundheit und Wohlbefinden zu schaffen. Dies ist ein Anstieg um 10 Prozentpunkte gegenüber 2010.
  • 88% der Antworten besagten, dass die Länder Zielvorgaben und Indikatoren für „Gesundheit 2020“ definiert hätten, was 15 Prozentpunkte über dem Niveau von 2010 liegt.
  • 93% der Antworten besagten, dass es eine mit „Gesundheit 2020“ abgestimmte Gesundheitspolitik gebe, was 35 Prozentpunkte mehr als 2010 sind.
  • Aber nicht nur die Abstimmung mit dem Rahmenkonzept wurde verstärkt betrieben, sondern auch der Anteil der Länder mit Umsetzungsplänen (86%) und Rechenschaftsverfahren (89%) stieg an. Dies ist eine Zunahme in Prozentpunkten um 40 bzw. 44 gegenüber 2010.

Diese Daten und Analysen sind hochaktuell, weil sich die Mitgliedstaaten gerade auf die 67. Tagung des Regionalkomitees für Europa vorbereiten, die neben anderen Themen den „Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage des Rahmenkonzepts Gesundheit 2020“ behandeln wird.

Auswirkung von „Gesundheit 2020“ auf die Gesundheit der Bevölkerung in der Region

Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass die Umsetzung von „Gesundheit 2020“ zusehends Teil einer nationalen Politik für mehr Gesundheit und Wohlbefinden wurde und in den Ländern zu neuen Maßnahmen führte. Zur Halbzeit der Umsetzungsphase hatten viele Länder bereits ihre Gesundheitspolitik umgestaltet und 40 von ihnen gaben an, Prinzipien und Konzepte aus „Gesundheit 2020“ übernommen zu haben, und 37 hatten sie bereits konkret angewandt oder waren im Begriff, dies zu tun.

Die Länder gaben ferner an, „Gesundheit 2020“ umgesetzt und die inhärenten Werte verwirklicht zu haben, indem sie die Anzahl und Vielfalt der Ansätze in ihrer konzeptionellen Entwicklung erweitert hätten. So hätten 75% partizipatorische und gesamtstaatliche Ansätze in der konzeptionellen Entwicklung verfolgt oder zur Bewältigung großer gesundheitspolitischer Herausforderungen eingesetzt, in Gesundheit im gesamten Lebensverlauf investiert, gesundheitliche Benachteiligungen abgebaut, soziale Determinanten von Gesundheit bewältigt und allgemeine sowie patientenzentrierte Gesundheitsversorgung angeboten.

Messung der Fortschritte

Die Mitgliedstaaten in der Europäischen Region befinden sich nun in der zweiten Phase der Umsetzung von „Gesundheit 2020“. Die Länder tragen zur Messung der Fortschritte hinsichtlich der Zielvorgaben aus „Gesundheit 2020“ im Umsetzungszeitraum 2010–2020 durch regelmäßige Meldungen zu einer Reihe von Indikatoren bei.

Der Bericht „Auf dem Weg zu den Zielen von „Gesundheit 2020“: Beobachtung qualitativer Indikatoren“ enthält eine aktualisierte Analyse aus der Beobachtung von Indikatoren für die Umsetzung von „Gesundheit 2020“. Zu diesen zählen eine Reihe qualitativer Indikatoren, die nicht nur Fortschritte in der Umsetzung von „Gesundheit 2020“ erfassen, sondern auch der Rechenschaftsablage durch WHO und politische Entscheidungsträger dienen.

Die Daten sind im Rahmen des Datensatzes zu „Gesundheit 2020“ auch über das Gesundheitsinformations-Portal des Regionalbüros sowie die Smartphone-App für Gesundheitsstatistiken abrufbar. Länderprofile zu „Gesundheit 2020“ ermöglichen im Portal die Begleitung der Fortschritte hinsichtlich der Zielvorgaben Land für Land.

Vorsprung in Bezug auf die Agenda 2030

Der Bericht zeigt deutlich, dass die Länder in der Region die Werte und Grundsätze von „Gesundheit 2020“ beherzigen, indem sie:

  • alle Teile von Staat und Gesellschaft in ihre Gesundheitspolitik einbeziehen;
  • ressort- und organisationsübergreifende Maßnahmen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden initiieren;
  • die Entwicklung widerstandsfähiger Gemeinschaften unterstützen und ein gesundes Leben in allen Altersgruppen fördern.

So haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Region bereits Prinzipien und Systeme verwirklicht, welche der Querschnittsausrichtung von Gesundheit und Wohlbefinden der ehrgeizigen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung entsprechen.

Durch die Annahme des Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“ im Jahr 2012 war die Region bereits gut aufgestellt für die Inangriffnahme der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) in ihrer gesamten Breite und Komplexität. Zur Verwirklichung der visionären Agenda 2030 in Zeiten umfassender Migration und globaler Notlagen werden noch größere Anstrengungen erforderlich sein, um den Werten und Grundsätzen aus „Gesundheit 2020“ in der Politik für Gesundheit und Wohlbefinden zum Durchbruch zu verhelfen.

Der Kontrollrahmen für „Gesundheit 2020“ und die dazugehörigen Zielvorgaben und Indikatoren haben das Messverfahren für Fortschritte in Bezug auf das der Gesundheit gewidmete SDG 3 schon zu einem Großteil vorgegeben.  So sind 76% der Indikatoren für „Gesundheit 2020“ vollkommen mit den Indikatoren für SDG 3 abgestimmt. Daher melden die Mitgliedstaaten mit ihrer Rechenschaftsablage zu den Zusagen im Rahmen von „Gesundheit 2020“ auch schon ihre Fortschritte in Bezug auf die Verwirklichung von SDG 3. Somit können Fortschritte auf SDG 3 zu einfach und ohne zusätzliche Datenerhebung durch die Länder verfolgt werden.

Gleichzeitig sorgt die fortlaufende Umsetzung von „Gesundheit 2020“ dafür, dass Gesundheit und Wohlbefinden auch durch die umfassende Betrachtungsweisen dieses Rahmenkonzepts systematisch verbessert werden.