Flaggschiff-Lehrgang zur Gesundheitsfinanzierung nach der Wirtschaftskrise

WHO

In der Zeit vom 11. bis 15. April 2011 beteiligten sich ca. 60 Regierungsbeamte, Krankenversicherer und andere Akteure aus dem Gesundheitssektor Estlands, Lettlands, Litauens und Polens an einem Flaggschiff-Lehrgang über Maßnahmen für stärkere Gesundheitssysteme und für nachhaltige Finanzierungsmodelle. Nach den erfolgreichen Kursen der Jahre 2009 und 2010 fand die Veranstaltung dieses Jahr zum dritten Mal statt.

„Die Flaggschiff-Lehrgänge gehörten in Estland in den letzten drei Jahren zu den wichtigsten Schulungsangeboten in diesem Bereich. Sie bringen alle wichtigen einschlägigen Akteure unseres Landes für eine Woche lang zusammen, so dass diese nicht nur ihre Qualifikationen auffrischen, sondern auch Pläne erörtern und am Erkenntnisstand messen können“, sagte die Stellvertretende Generalsekretärin für Gesundheit des estnischen Ministeriums für Gesundheit und Soziales Ivi Normet.

Zentrales Thema des Lehrgangs in der estnischen Hauptstadt Tallinn war die Gesundheitsfinanzierung nach der ökonomischen Krise. Zu den behandelten Einzelthemen gehörten:

  • zusätzliche Einnahmequellen für den Gesundheitssektor im Rahmen der fiskalischen und ökonomischen Politik;
  • Zahlungsmethoden im Gesundheitssystem und ihre Weiterentwicklung;
  • strategischer Einkauf zur Sicherung von Zugänglichkeit, Qualität und Effizienz;
  • aktiver Einkauf für die öffentliche Gesundheit;
  • Gesundheitstechnologiebewertung als Beitrag zur Entscheidungsfindung in der Gesundheitsfinanzierung.

„Die Wirtschaftskrise hat eine Reform des lettischen Gesundheitssystems ausgelöst, mit der eine rationellere Nutzung der knappen Ressourcen angestrebt wird. Der Flaggschiff-Lehrgang bot ein Forum zur Erörterung der Grundsatzoptionen für die Stärkung und Weiterentwicklung des Gesundheitssystems in meinem Land und wurde von herausragenden Experten angeleitet. Das von uns hier erworbene Wissen und die Chance zum Austausch mit anderen Teilnehmern haben uns geholfen, Grundsatzoptionen zu überdenken und einen Rahmen für die Fortentwicklung und Umsetzung von Veränderungen zu schaffen“, sagte die Leiterin des lettischen Zentrums für Gesundheitsökonomie Daiga Behmane.

„Die Vorträge der Teilnehmer zu den Erfahrungen ihrer Länder waren sehr hilfreich. Die Ausgangslage in den vier Ländern vor und während der Wirtschaftskrise war nicht die gleiche, doch einige der in den Vorträgen genannten Gedanken und die sich anschließenden fruchtbaren Diskussionen könnten an Litauen angepasst werden oder sind zumindest eine derartige Überlegung wert“, sagte der Leiter der Abteilung für Entwicklung des litauischen Krankenversicherungsfonds Gintaras Kacevicius.

Das WHO-Regionalbüro für Europa koordinierte den Lehrgang und organisierte ihn gemeinsam mit dem estnischen Ministerium für Gesundheit und Soziales und dem staatlichen Krankenversicherungsfonds und erhielt hierfür finanzielle Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds. Der Lehrgang bot hochrangigen Vertretern von Staat und Gesundheitswesen Gelegenheit zur Erörterung gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen und eine seltene Chance zum Meinungsaustausch der politischen Entscheidungsträger. Dem ersten Modul soll Ende 2011 ein weiteres zur Leistungsüberprüfung folgen.