Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen darf Familien nicht finanziell ruinieren

Hochrangige Vertreter aus Gesundheits- und Finanzministerien von 27 Ländern sowie weitere Experten sprachen sich auf einer gemeinsamen Tagung von WHO und Weltbank, die am 18. und 19. Februar 2013 in Genf stattfand, deutlich für das Prinzip des allgemeinen Zugangs zu Gesundheitsdiensten aus. Dieser müsse unabhängig von der Zahlungsfähigkeit der Bedürftigen gewährt werden und dürfe nicht zum finanziellen Ruin der Familien führen.

Die Teilnehmer stimmten darin überein, dass auf höchster Ebene die politische Entschlossenheit zur Sicherung der allgemeinen Versorgung geschaffen werden müsse. Einige Aspekte seien besonders zu beachten, damit eine allgemeine Versorgung erreicht werden könne:

  • Ausgewogenheit sei erforderlich, damit die erforderliche Versorgung der Menschen zu Kosten erfolge, die der Staat bezahlen könne,
  • Personalmangel müsse bekämpft werden, sowohl was die Gesamtzahlen als auch die Verteilung der Kräfte (zwischen Land und Stadt sowie armen und reichen Gegenden) betreffe,
  • Sicherung einer angemessenen Versorgung mit hochwertigen bezahlbaren Arzneimitteln und Technologien, die unentbehrlich seien,
  • Informationssysteme und Beobachtungsverfahren müssten verbessert werden.

Die Lage in der Europäischen Region der WHO

In der Europäischen Region gibt es insgesamt eine extensive Versorgung der Bevölkerung, wobei Migranten und Romagruppen jedoch besondere Aufmerksamkeit verdienen.

In der Region bestehen aber auch sehr große Unterschiede. So liegt die Selbstbeteiligung, ob sie offiziell oder inoffiziell eingefordert wird, zwischen nur 5% und immerhin 70% der Gesamtausgaben für Gesundheit, und so müssen 19 Millionen Menschen immer noch derartig ruinöse Zahlungen leisten, dass 7 Millionen von ihnen gänzlich verarmen. Zuzahlungen sind vor allen Dingen für arme und chronische kranke Menschen ein großes Problem und Ausgaben für Medikamente verursachen den ambulant behandelten Menschen die größten Kosten. Die Finanzkrise hat die Lage in vielen Ländern noch verschärft.

Auf der Tagung waren Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Georgien, Italien, die Niederlande und Norwegen für die Region anwesend. Außerdem beteiligten sich die Ständigen Vertretungen Belgiens, Dänemarks, Finnlands, Frankreichs, Georgiens, Italiens, Luxemburgs, Monacos, Norwegens, Schwedens, der Schweiz und der Türkei sowie Vertreter der Europäischen Union. Daneben waren auch viele Organisationen der Zivilgesellschaft vertreten.

Resolution der Vereinten Nationen unterstützt allgemeine Versorgung

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen nahm kürzlich eine Resolution an, in der eine allgemeine Gesundheitsversorgung unterstützt wird und die Länder dazu aufgefordert werden, die Gesundheitssysteme so zu entwickeln, dass erhebliche Zuzahlungen am Ort der Versorgung vermieden werden.