3. Barcelona-Lehrgang zur Gesundheitsfinanzierung

WHO

Teilnehmende am Barcelona-Lehrgang zur Gesundheitsfinanzierung vom 13. bis 17. Mai 2013. Foto: WHO

Vom 13. bis 17. Mai 2013 beschäftigten sich die 42 am Lehrgang teilnehmenden Personen aus 27 Ländern intensiv mit der Thematik Verbesserung der Gesundheitssystemleistung durch bessere Finanzierungskonzepte. Veranstalter war das Fachzentrum für die Stärkung der Gesundheitssysteme des WHO-Regionalbüros für Europa in Barcelona.

Zu den Teilnehmenden zählten Vertreter von Gesundheits- und Finanzministerien, Käufer von Gesundheitsleistungen und weitere staatliche Stellen, Gesundheitsanbieter, Entwicklungsorganisationen sowie akademische Einrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft.

„Der Teilnehmerkreis war sehr bunt gemischt, wodurch gute Chancen für  Informationsaustausch und Vernetzung bestanden“, sagte Inmaculada Navarro vom spanischen Ministerium für Gesundheit, Soziales und Chancengleichheit.

Der Kursus

Im Kursus werden wirksame Grundsatzinstrumente zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen durch bessere Finanzierungskonzepte genauer betrachtet und systematische Ansätze zu ihrer Gestaltung und Anwendung geboten. 

„Mein Fachinteresse gilt dem Einkauf von Gesundheitsleistungen, insbesondere in der spezialisierten Versorgung. Allerdings ist es gut, neben den Informationen zur aktuellen Entwicklung in meinem Fachgebiet auch einen systematischen Überblick über andere Funktionen und das Gesamtbild zu gewinnen“, sagte Monika Lipson vom estnischen Krankenversicherungsfonds.

Der Kursus baut auf fünf Modulen auf:

  • Gestaltung eines Leistungspakets: Chancengleichheit, Bezahlbarkeit und Transparenz;
  • Beschaffung von Einnahmen: unkonventionell denken;
  • Bündelung von Versicherungsbeiträgen: die Kosten der Fragmentierung;
  • Einkauf von Leistungen: mehr Gesundheit fürs Geld;
  • Koordinierung der Reformanstrengungen: Abstimmung der Politikinstrumente auf die Grundsatzziele. 

Er verbindet Theorie mit internationalen vergleichenden Erkenntnissen und Erfahrungen aus den Ländern.

„Der Kursus ist inhaltlich extrem relevant für meine Arbeit als Leiter des WHO-Länderbüros in Usbekistan. Von der Theorie her gesehen und durch die zahlreichen Beispiele aus den Ländern war der Kursus bislang hervorragend“, sagte Dr. Asmus Hammerich, WHO-Vertreter und Leiter des Länderbüros in Usbekistan.

Ein übergreifendes Thema ist das Erreichen und Bewahren einer flächendeckenden Versorgung und besonders die Abwehr von Folgen wirtschaftlicher Krisen. Dieses Thema war auch Bestandteil des Kursusmaterials und der Grundsatzreden mit einer Rundschau über die katalanischen Erfahrungen und die Reaktionen des Gesundheitssystems in Katalonien auf die globale Wirtschaftskrise. Daran schloss sich ein hervorragend besetztes Podium mit Rednern aus dem WHO-Hauptbüro, der London School of Economics und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an, die ihre Gedanken zu Herausforderungen erläuterten, vor denen die Länder auf kurze und lange Sicht stehen, wenn sie eine flächendeckende Versorgung sichern und erhalten wollen.