Weltgesundheitsbericht 2013: Allgemeine Gesundheitsversorgung nicht ohne Forschungsanstrengungen zu verwirklichen

Weltgesundheitsbericht 2013: Allgemeine Gesundheitsversorgung nicht ohne Forschungsanstrengungen zu verwirklichen

Die WHO appelliert an alle Länder, Forschungsarbeiten durchzuführen bzw. in Auftrag zu geben, die der Förderung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung gemäß den eigenen Anforderungen dienen. Der „Weltgesundheitsbericht 2013: Forschung für eine allgemeine Gesundheitsversorgung“ wird heute präsentiert.

Der Bericht umfasst Fallstudien über spezifische Bereiche der Gesundheitsforschung, die dazu beigetragen haben, unser Verständnis in Bezug auf den Handlungsbedarf zur Verwirklichung und Aufrechterhaltung einer allgemeinen Versorgung zu erweitern.

Veränderungen in den staatlichen Gesundheitsausgaben aufgrund der Bevölkerungsalterung

In einer der im Bericht untersuchten Fallstudien wurden Forschungsarbeiten aus fünf Ländern der Europäischen Region ausgewertet, um Prognosen hinsichtlich Veränderungen in den staatlichen Gesundheitsausgaben aufgrund der Bevölkerungsalterung zu ermöglichen. Das wichtigste Ergebnis dieser Studie lautet, dass entgegen der landläufigen Meinung die mit der Alterung verbundene Erhöhung der Gesundheitsausgaben wohl nur bescheiden ausfallen dürfte. Andere Einflussfaktoren wie vor allem die technologische Entwicklung haben größere Auswirkungen auf die Gesamthöhe der Gesundheitskosten. Ein weiterer wichtiger Prädiktor für hohe Gesundheitsausgaben ist nicht das Alter an sich, sondern die Nähe zum Tod, denn im letzten Lebensjahr steigen die Kosten für die Gesundheitsversorgung auf ein hohes Niveau.

Weltgesundheitsbericht 2013: zentrale Botschaften für die Forschung

  • Eine allgemeine Gesundheitsversorgung mit einem umfassenden Zugang zu qualitativ hochwertigen Leistungen in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention, Behandlung, Rehabilitation, Palliativmedizin und finanzielle Absicherung kann nicht ohne ausreichende Erkenntnisse aus der Forschung verwirklicht werden. Mit gezielter Forschung kann ein breites Spektrum von Fragestellungen über die Verwirklichung einer flächendeckenden Versorgung untersucht werden, und die daraus resultierenden Antworten kommen der Gesundheit, dem Wohlbefinden und der Entwicklung des Menschen zugute.
  • Alle Länder sollten Produzenten wie auch Konsumenten von Forschungsergebnissen sein. Die Kreativität und die Fähigkeiten von Forschern sollten dazu genutzt werden, die Untersuchungen nicht nur in wissenschaftlichen Einrichtungen, sondern auch in Programmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, also in Nähe des Angebots von und der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, voranzutreiben.
  • Forschungsarbeiten zur Förderung einer allgemeinen Versorgung erfordern eine Unterstützung auf nationaler und internationaler Ebene. Um knappe Ressourcen optimal nutzen zu können, werden Systeme benötigt, die die Gestaltung der Forschungsanstrengungen der Länder, die Beschaffung von Mitteln, die Stärkung der Forschungskapazitäten und eine angemessene und wirksame Nutzung von Forschungsergebnissen gewährleisten.

Allgemeine Gesundheitsversorgung

Die Anstrengungen zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung – also eines uneingeschränkten Zugangs zu hochwertigen Gesundheitsleistungen ohne die Gefahr eines finanziellen Ruins – haben eine starke Hebelwirkung in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden sowie die Förderung der menschlichen Entwicklung.

Im Jahr 2005 bekannten sich alle Mitgliedstaaten der WHO zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Fünf Jahre später wurde der „Weltgesundheitsbericht 2010 – Finanzierung von Gesundheitssystemen: Der Weg zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung“ veröffentlicht.

In der Europäischen Region der WHO sind allgemeine Gesundheitsversorgung und „Gesundheit 2020“ fest miteinander verknüpft, denn sie weisen gemeinsame Zielsetzungen auf, die an den Grundsätzen Chancengleichheit und bürgernahe Gesundheitssysteme ausgerichtet sind.