Europäische Konferenz befasst sich mit Reformen im griechischen Gesundheitssystem

(Von links) Spyridon-Adonis Georgiadis, Gesundheitsminister Griechenlands, Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Hans Kluge, Direktor der Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit beim WHO-Regionalbüro für Europa, und Toni Borg, EU-Kommissar für Gesundheit, auf der Hochrangigen Konferenz zur griechischen Gesundheitsreform (Athen, 12.-13. Dezember 2013).

Auf der Hochrangigen Konferenz zur griechischen Gesundheitsreform: Verbesserung der Gesundheit der Bürger, die am 12. und 13. Dezember 2013 in Athen stattfand, erörterten maßgebliche Akteure aus Griechenland und der internationalen Gemeinschaft die Frage , wie das Gesundheitswesen des Landes im Rahmen der Gesundheitsreformen verbessert werden kann. Die Konferenz wurde von hochrangigen Vertretern der griechischen Regierung und regionaler Behörden eröffnet. Ferner nahmen auch Experten aus dem öffentlichen und privaten Sektor, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft teil. Die Konferenz wurde vom griechischen Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit dem WHO-Regionalbüro für Europa organisiert.

Die Konferenz stellt den Startschuss für die Umsetzung der von der griechischen Regierung im Jahr 2012 geschaffenen Initiative „Aktion für Gesundheit“ dar, mit der die Folgen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs für die Gesundheit der Bevölkerung im Hinblick auf die geplanten Reformen im griechischen Gesundheitssystem thematisiert werden sollen. Im Anschluss an die Veranstaltung fanden eine Reihe anderer regelmäßiger Tagungen und themenbezogener Workshops sowie eine öffentliche Debatte über den Reformprozess statt.

„Unser Ziel besteht darin, ein modernes und nachhaltiges Gesundheitssystem zu schaffen, dessen zentrale Grundsätze allgemeine Gesundheitsversorgung, Chancengleichheit, Qualität, Nachhaltigkeit und Gesundheit in allen Politikbereichen sind“, erklärte der griechische Gesundheitsminister Spyridon-Adonis Georgiadis. Er fügte hinzu: „Auf dieser langen Reise werden wir nicht allein sein, sondern von internationalen Organisationen wie auch anderen Ländern dabei unterstützt werden, das griechische Gesundheitssystem umzugestalten.“

Zu den vorrangigen Themen in Bezug auf die Folgen der Wirtschaftskrise gehörte die Frage, wie die Qualität von Gesundheits- und Sozialleistungen sowie der Zugang zu ihnen gewährleistet werden und wie sie miteinander verflochten werden sollen, aber auch die Möglichkeiten zur Verbesserung der Steuerungsprozesse und -instrumente für die Stärkung der öffentlichen Gesundheit. Die Veranstaltung bot der griechischen Regierung auch die Gelegenheit, ihre gesundheitspolitischen Prioritäten für die im Januar 2014 beginnende sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft Griechenlands vorzustellen.

Die Konferenz wurde von Seiner Seeligkeit Hieronymos II, Erzbischoff von Athen und Oberhaupt der autokephalen orthodoxen Kirche von Griechenland, eröffnet, der seine Unterstützung für die strukturellen Reformen im Gesundheitssystem zum Ausdruck brachte. Der Premierminister der Hellenischen Republik, Antonis Samaras, unterstrich die Bedeutung einer Reformierung der primären Gesundheitsversorgung in Griechenland nach Maßgabe der Erklärung von Alma-Ata und würdigte die tatkräftige Unterstützung durch das WHO-Regionalbüro für Europa bei diesem Bemühen, wobei er namentlich die Anwesenheit von Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab auf der Konferenz hervorhob.

Zu den Grundsatzrednern der Veranstaltung gehörten neben Zsuzsanna Jakab auch Toni Borg, EU-Kommissar für Gesundheit, und Thomas Ilka, Staatssekretär beim deutschen Bundesgesundheitsministerium. In ihrer Präsentation mit dem Titel „Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region vor dem Hintergrund der Finanzkrise“ berichtete Frau Jakab von Lehren aus der gesamten Europäischen Region, die im Kontext des Rahmenkonzeptes „Gesundheit 2020“ für Griechenland von Bedeutung sind.

Am zweiten Tag hielt Dr. Hans Kluge, Direktor der Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit beim WHO-Regionalbüro für Europa, einen Grundsatzvortrag über die Folgen der Krise für Gesundheit und Gesundheitssysteme unter besonderer Bezugnahme auf die allgemeine Gesundheitsversorgung, bürgernahe nachhaltige Gesundheitssysteme und die Steuerung von Veränderungsprozessen.

Im Juli 2013 unterzeichneten das Regionalbüro und das griechische Gesundheitsministerium eine Beitragsvereinbarung, wonach ein beim Gesundheitsministerium in Athen angesiedeltes Team der WHO Maßnahmen im Rahmen der Strukturreformen, insbesondere in den Bereichen primäre Gesundheitsversorgung und öffentliche Gesundheit, sowie Querschnittsmaßnahmen an den verschiedenen Säulen der Reform unterstützen soll.