Veranstaltungen zum Europäischen Antibiotikatag in der gesamten Europäischen Region

ВОЗ

Eine von Studenten durchgeführte Kampagne zum Europäischen Antibiotikatag 2014 in einem Krankenhaus in Brno (Tschechische Republik).

Die Problematik der Antibiotikaresistenz hat Auswirkungen auf die gesamte Europäische Region der WHO und ist durch den übermäßigen, unzureichenden oder unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika bedingt. Seit 2008 veranstalten das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Mitgliedstaaten in der Europäischen Region jährlich am 18. November den Europäischen Antibiotikatag (EAAD), um für die Thematik zu sensibilisieren und die Mitverantwortung jedes Einzelnen für die Vorsorge zu unterstreichen. In den letzten drei Jahren hat sich das WHO-Regionalbüro für Europa an den Veranstaltungen beteiligt, und es nehmen jedes Jahr auch mehr Länder teil.

Im Einklang mit neuen Erkenntnissen, dass den Pharmazeuten bei der Förderung eines umsichtigen Umgangs mit Antibiotika eine Schlüsselrolle zukommt, wurden am Antibiotikatag 2014 deren Rolle sowie vorbildliche Praktiken auf diesem Gebiet hervorgehoben.

Unterstützung von der WHO und ihren Partnerorganisationen

Die Länderbüros der WHO haben die Mitgliedstaaten bei der Ausrichtung von Konferenzen, Workshops und Pressekonferenzen unterstützt. Experten des WHO-Regionalbüros für Europa, des ECDC und der Generaldirektionen Forschung und Innovation sowie Gesundheit und Verbraucher bei der Europäischen Kommission nahmen am 18. November 2014 an einem Live-Chat auf Twitter teil.

Initiativen in den Ländern

Zum Europäischen Antibiotikatag fanden eine Vielzahl von Veranstaltungen in allen Teilen der Europäischen Region statt, wobei zunehmend auch Länder außerhalb der Europäischen Union vertreten waren. Hier eine Auswahl besonders erwähnenswerter Veranstaltungen:

  • In mehreren Mitgliedstaaten wurde in Apotheken, Wartezimmern von Arztpraxen und Krankenhäusern Aufklärungs- und Werbematerial wie Broschüren, Infografiken, Videos, Poster und Spruchbänder ausgelegt. Bestimmte Materialien der WHO und des ECDC wurden in die jeweiligen Landessprachen übersetzt und an die Öffentlichkeit verteilt. 
  • Die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Zsuzsanna Jakab, beging den Europäischen Antibiotikatag zusammen mit Gesundheitsministern und anderen hochrangigen Vertretern der Gesundheitsbehörden der zehn Länder des Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerks auf einer außerordentlichen Ministertagung des SEEHN in der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. In ihrer Ansprache an die Teilnehmer lobte die Regionaldirektorin den Erfolg des Europäischen Antibiotikatages als eine gesamteuropäische Initiative.
  • In Albanien haben Forscher, Kliniker, Mikrobiologen und Gesundheitswissenschaftler in einem Informations- und Meinungsaustausch eine Reihe von Themen erörtert, darunter die Leitlinien des Europäischen Ausschusses für antimikrobielle Suszeptibilitätstests (EUCAST), das Volumen des Antibiotikaverbrauchs in dem Land und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Antibiotikaresistenz. Die Leiterin des WHO-Länderbüros Albanien unterstrich die Bedeutung einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit und versprach die Unterstützung der WHO bei der Lagebewertung und bei der Ausarbeitung und Umsetzung eines nationalen Aktionsplans zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.
  • In Armenien wurde der Entwurf einer nationalen Strategie zur Prävention antimikrobieller Resistenzen (AMR) präsentiert, und es wurden arzneimittelpolitische Instrumente zur Bekämpfung von AMR geprüft. 
  • Zu den Aktivitäten in der Tschechischen Republik gehörten eine Ausstellung zum Thema „Antibiotika – ein gefährdeter Schatz der Menschheit“, die im Foyer des Gesundheitsministeriums stattfand. 
  • Auf einer Pressekonferenz in Georgien erörterten Vertreter des Nationalen Zentrums für Krankheitsbekämpfung, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales und der Staatlichen Lebensmittelbehörde beim Ministerium für Landwirtschaft die Einrichtung einer nationalen Arbeitsgruppe für AMR, den 2014 ausgearbeiteten strategischen Aktionsplan für AMR und die seit der Beschränkung des rezeptfreien Verkaufs von Antibiotika in Apotheken im September 2014 erzielten Fortschritte. 
  • In Litauen trafen auf einer Konferenz über Krankenhausinfektionen und den Umgang mit AMR im Gesundheitswesen Leiter von Gesundheitseinrichtungen zusammen.
  • In Serbien wurden Vorträge und Diskussionen für Allgemein- und Kinderärzte aus allen Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung organisiert.
  • In der Slowakei wurde eine Pressekonferenz vom WHO-Länderbüro, der Vertretung der EU in der Slowakei, dem Verband der Allgemeinärzte für Erwachsene und der Slowakischen Patientenvereinigung organisiert. 
  • In Slowenien fand eine Fachtagung für die Leiter von Gesundheitszentren und Krankenhäusern, Verbände der Gesundheitsberufe und Vertreter der Veterinärmedizin statt. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt lag auf der Prävention der Ausbreitung von Infektionen in Krankenhäusern sowie der Verhinderung von Selbstmedikation mit Antibiotika aus früheren Behandlungen in Privathaushalten.
  • Mit einem Symposium in Istanbul trug die Türkei dazu bei, 600 Kliniker, Familienärzte, Pharmazeuten, Wissenschaftler und gesundheitspolitische Entscheidungsträger für die Bedeutung eines umsichtigen Umgangs mit Antibiotika zu sensibilisieren.
Zur Berichterstattung über den Europäischen Antibiotikatag in den traditionellen und sozialen Medien gehörten Berichte von Presseveranstaltungen in Armenien, der Tschechischen Republik, Georgien und Montenegro, ein Artikel in der wichtigsten Tageszeitung in Belarus und die Teilnahme der Gesundheitsministerin Litauens an einem nationalen Fernsehprogramm. Darüber hinaus wurde in Zusammenarbeit mit dem Büro der WHO in Pristina im Kosovo (in Übereinstimmung mit Resolution 1244 (1999) des Sicherheitsrates) eine Pressekonferenz veranstaltet, die sich mit der Thematik des rezeptfreien Verkaufs von Antibiotika in Apotheken befasste.