Stärkung der Arzneimittelsysteme der Mitgliedstaaten: ein Jahresrückblick

WHO/Sergey Volkov.

Das Regionalbüro der WHO für Europa unterstützt die Mitgliedstaaten dabei, ihren Bevölkerungen einen nachhaltigen Zugang zu unentbehrlichen und bezahlbaren Arzneimitteln und medizinischen Produkten von guter Qualität zu ermöglichen.

Die Arbeit des Regionalbüros leistete 2016 ihren Beitrag zur Stärkung der Arzneimittelsysteme der Mitgliedstaaten durch fachlichen Beistand in Bezug auf die Regulierung von Arzneimitteln und medizinischen Geräten, die Unterstützung der nationalen Aufsichtsbehörden der Länder der Gemeinschaft unabhängiger Staaten, die Auswahl und den verantwortungsbewussten Gebrauch von Arzneimitteln, die Entwicklung oder Überarbeitung der nationalen Arzneimittelstrategien, die Ausweitung der Gesundheitstechnologiebewertungen, die Entwicklung der Preisbildungs- und Kostenerstattungspolitik und die Einrichtung eines Forums zum Austausch von Erfahrungen der Mitgliedstaaten mit der strategischen Beschaffung und dem Lieferkettenmanagement.

Einige Beispiele für die fachliche und konzeptionelle Unterstützung für die Mitgliedstaaten sind:

  • In Estland unterstützte das Regionalbüro eine Studie über mögliche Barrieren für eine bessere Verfügbarkeit von Arzneimitteln und schlug Maßnahmen zu deren Beseitigung vor. Außerdem wurde eine Beratung zur Politikgestaltung des Landes durchgeführt.
  • In Kirgisistan hat das Regionalbüro mit dem Gesundheitsministerium bei der Reform und der Regulierung des Arzneimittelsektors zusammengearbeitet. Das Regionalbüro hat auch fachlich zur Aktualisierung der nationalen Liste der unentbehrlichen Arzneimittel beigetragen.
  • Auf Anfrage des Gesundheitsministeriums der Republik Moldau hat das Regionalbüro den Vollzug einer Angleichung der Rechtsvorschriften und der geltenden Praxis des Arzneimittelwesens des Landes an die Regelungen der EU unterstützt. Das Regionalbüro leistete der Republik Moldau auch Beistand mit der Ausweitung des Zugangs zu neuen Medikamenten gegen Hepatitis C.
  • In der Ukraine haben die WHO und ihre Partnerorganisationen in den letzten beiden Jahren das Gesundheitsministerium zur Überarbeitung der Prozesse und der Systeme für die Auswahl, die Finanzierung, den Einkauf und die Anwendung von Arzneimitteln beraten. Im Rahmen des Programms Gesundheitstechnologien und Arzneimittel unterstützte und beriet das Regionalbüro die Ukraine bei der Entwicklung ihrer nationalen Arzneimittelpolitik.
  • Das Regionalbüro unterstützte 2016 die Entwicklung eines Kostenerstattungssystems für ambulante Medizingeräte in Albanien.
  • In Griechenland unterstützte das Regionalbüro den Aufbau nationaler Kapazitäten für die Bewertung von Gesundheitstechnologien.
  • In der Russischen Föderation stand das Regionalbüro den nationalen Behörden mit der Bewertung des Regulierungssystems zur Seite, mit dessen Hilfe bestimmte leicht verfügbare Arzneimittel evaluiert und die Einhaltung internationaler Qualitäts- und Sicherheitsstandards gewährleistet werden soll.
  • Das Regionalbüro war auch den Arzneimittelaufsicht in Tadschikistan und Turkmenistan mit der Umsetzung des Plans der WHO für die Qualitätszertifizierung von Arzneimittelprodukten behilflich.

Das Regionalbüro wird im kommenden Jahr weiter eng mit den Mitgliedstaaten in diesen zentralen Bereichen zusammenarbeiten. Die Verbesserung des Zugangs zu Medikamenten in der Europäischen Region der WHO ist ein Thema auf der Tagesordnung der 67. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa, die im September 2017 in Budapest (Ungarn) stattfindet.