Wohnortnahe Apotheken stehen in der Gesundheitsversorgung an vorderster Linie

Gilles Bonnefond, der seit über 25 Jahren als Apotheker in der franzöischen Stadt Montélimar arbeitet, hat den Wandel hinsichtlich der Rolle öffentlicher Apotheken von Abgabestellen für Arzneimittel zu Akteuren in der primären Gesundheitsversorgung miterlebt. Anlässlich des Welt-Apotheker-Tages verdeutlicht Gilles Geschichte, dass öffentliche Apotheken in der Gesundheitsversorgung zunehmend an vorderster Linie stehen.

Gilles Bonnefond, der seit über 25 Jahren als Apotheker in der franzöischen Stadt Montélimar arbeitet, hat den Wandel hinsichtlich der Rolle öffentlicher Apotheken von Abgabestellen für Arzneimittel zu Akteuren in der primären Gesundheitsversorgung miterlebt. Anlässlich des Welt-Apotheker-Tages verdeutlicht Gilles Geschichte, dass öffentliche Apotheken in der Gesundheitsversorgung zunehmend an vorderster Linie stehen.

„Früher bestand die Hauptaufgabe eines Apothekers darin, Arzneimittel zu liefern. Heute sichern wir den Zugang zu Arzneimitteln, beraten die Patienten und verfolgen ihre Therapien mit“, erklärt Gilles. „Für viele sind Apotheken der Eintrittspunkt ins Gesundheitssystem. Man kann ohne Termin vorbeikommen, und wir bekommen eine Vielzahl von Fragen – von Menschen, die sich geschnitten haben oder gestürzt sind oder von älteren Personen, die sich schwer damit tun, ihre Therapie einzuhalten. Auf Wunsch können wir auch Impfungen für Erwachsene durchführen, auf Streptokokken untersuchen oder den Blutdruck messen“, fügt er hinzu.

Sichere und wirksame Arzneimittel für alle

Bei der Abgabe von Arzneimitteln verweisen Gilles und seine Mitarbeiter oft auf das sog. „Dossier pharmaceutique“, ein elektronisches System, das Apothekern Informationen über die Medikationsgeschichte von Patienten gibt. Untersuchungen belegen, dass diese Aufzeichnungen dazu beigetragen haben, Verschreibungsfehler und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ebenso können Apotheker auch zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen beitragen. Antibiotika werden in Gilles Apotheke nur gegen Rezept ausgegeben. Er und seine Mitarbeiter fordern die Patienten eindringlich auf, die verschriebenen Antibiotika gemäß den ärztlichen Empfehlungen zu Ende zu nehmen.

Vorschriften für einen leichteren Zugang

Frankreich gehört zu den Ländern der Europäischen Region der WHO, in denen die Apotheken einer besonders strengen Regulierung unterliegen. So dürfen nur ausgebildete Pharmazeuten Apotheken besitzen, und die Lizenz zum Betrieb einer neuen öffentlichen Apotheke wird nur erteilt, wenn diese eine Reihe von Kriterien in Bezug auf die geografische Verteilung bestehender Apotheken sowie die Zahl der zu versorgenden Bewohner erfüllt. Die 13 Apotheken in Montélimar versorgen jeweils 2500 Personen.

Eine solche Regulierung hat dazu beigetragen, landesweit die Verteilung von Apotheken ausgeglichen zu gestalten, und so einen verbesserten Zugang zu Arzneimitteln geschaffen.

Bericht der WHO soll politische Entscheidungsträger unterstützen

Der rechtliche und ordnungspolitische Rahmen für öffentliche Apotheken ist innerhalb der Europäischen Region sehr uneinheitlich. Ein vor kurzem veröffentlichter Bericht der WHO bietet politischen Entscheidungsträgern einen Überblick über die Vielfalt an Rahmen und Strategien, die in der Europäischen Region zur Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln und pharmazeutischem Sachverstand beitragen. Er vermittelt auch Einblicke in die pharmazeutischen Angebote, die es in den Ländern in öffentlichen Apotheken gibt.