Aufbau von Laborkapazitäten

WHO

Während des Einsatzes von Dr. Caroline Brown in Sierra Leone gehörte es zu ihren Aufgaben, Notvorräte für Labore zu beschaffen. Hier steht sie mit Roberto Milioti, einem Logistiker der WHO, vor einer Lieferung mit 5000 Abstrichtupfern für die Probeentnahme.

Gut funktionierende Labore sind ein wesentlicher Bestandteil von Gesundheitssystemen und dienen der Gesundheitsüberwachung, der Krankheitsbekämpfung und der klinischen Diagnostik. 

Die WHO arbeitet zusammen mit den Ländern darauf hin, die Qualität ihrer Labordienste zu verbessern, indem sie staatliche Handlungskonzepte und Strategien entwickeln, Qualitätsmanagementsysteme für Labore einrichten und die Einführung der in den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) vereinbarten Kernkapazitäten unterstützen.

Labore stehen bei der Reaktion auf Krankheitsausbrüche oft an vorderster Front. In den vergangenen Monaten haben Mitarbeiter des Regionalbüros für Europa zu der weltweiten Reaktion auf den Ausbruch des Ebola-Fiebers in Westafrika beigetragen, auch durch Tätigkeit vor Ort zur Verbesserung der Labordienste.

Koordinatorin für die Labordienste in Sierra Leone

Dr. Caroline Brown, Leiterin des Programms „Influenza und andere respiratorische Erreger" sowie der Initiative „Bessere Labore für mehr Gesundheit" beim WHO-Regionalbüro für Europa, war von Oktober bis November 2014 als Koordinatorin der WHO für die Labordienste in Sierra Leone tätig. Damals erlebte Sierra Leone eine rapide Zunahme der Zahl der Fälle von Ebola-Fieber. 

Ihre Tätigkeit beinhaltete eine Zusammenarbeit mit der Nationalen Arbeitsgruppe für das Laborwesen mit dem Ziel, eine zügige und akkurate Bestätigung von Ebola-Fällen im Labor sowie die Untersuchung von Verdachtsfällen zu gewährleisten, um eine Verlegung von infizierten Personen in Behandlungszentren für Ebola-Fieber und eine Entlassung nicht infizierter Personen zu ermöglichen. 

„Ich kann die Arbeit der Labortechniker in Sierra Leone gar nicht genug loben. Während meines Aufenthalts haben sie Tag und Nacht gearbeitet und unter extrem schwierigen, körperlich anstrengenden und gefährlichen Bedingungen Proben genommen und damit eine ganz wesentliche Aufgabe erfüllt", sagte Caroline Brown.

Während ihres Einsatzes hatte Dr. Brown folgende konkrete Aufgaben:

  • Schulung von Labortechnikern in der Probenahme bei Patienten unter extrem schwierigen Bedingungen (Tragen einer vollständigen persönlichen Schutzausrüstung bei extremer Hitze);
  • Beschaffung von wesentlichen Labormaterialien (z. B. Abstrichtupfer und Blutentnahmeröhrchen) für Notsituationen;
  • Erleichterung der Meldung von Laborergebnissen an Kliniker und Kommandozentralen für die Ebola-Bekämpfung; 
  • Beratung in Bezug auf den Einsatz neuer mobiler Labore; 
  • Kontakte mit Partnerorganisationen und Gebern und Berichterstattung über das Laborwesen an das Notfallteam der WHO.

Zur Bereitstellung schneller und akkurater Laborergebnisse unter Normal- und Notfallbedingungen ist es erforderlich, dass sämtliche Komponenten des Systems — Personal, Material und Lieferkette, Informationssystem zur Verknüpfung von Patienten und Resultaten, Probenahme, Verpackung und Transport unter Kühlkettenbedingungen, akkurate Analyse und klare Meldeverfahren — wirksam zusammenarbeiten. 

Neue Website: Labordienste

Auf der neuen Website über Labore wird erläutert, wie das Regionalbüro dabei behilflich ist, die Qualität des Laborwesens zu verbessern, und wie es die Labornetzwerke koordiniert und zusammen mit den Kooperationszentren der WHO die Überwachung und Bekämpfung von bestimmten Krankheiten wie Polio, Masern und Röteln, Influenza und multiresistenter Tuberkulose vorantreibt.

Das Regionalbüro koordiniert die Maßnahmen in Bezug auf neue virale Krankheitserreger durch das globale Labornetzwerk für besonders gefährliche Krankheitserreger (EDPLN). Es stellt auch Instrumente und Schulungen für biologische Sicherheit und Laborsicherheit sowie für die Bewertung der Qualität nationaler Laborsysteme wie auch einzelner Labore bereit.