Schlaglicht auf qualitätsbewusstes Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal

Russian Nurses Association

In der Europäischen Region der WHO sind 7,3 Millionen Menschen in Krankenpflege oder Geburtshilfe tätig und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Förderung von Gesundheit, Prävention von Krankheit und Versorgung werdender Mütter und Neugeborener sowie gesunder und kranker Menschen aus den unterschiedlichsten Umfeldern.

Anlässlich des Internationalen Hebammentages und des Internationalen Tages der Pflegenden, die am 5. bzw. 12. Mai begangen werden, rückt das Regionalbüro diese so wichtigen Berufsgruppen ins Rampenlicht, indem es einige engagierte Stimmen unter ihnen zu Wort kommen lässt. Sie teilen ihre Erfahrungen aus der Sicht als Krankenpfleger, Hebamme, Forscherin, Verwaltungskraft, Ausbilder bzw. Leiterin mit und geben Zeugnis von dem großen Engagement für Qualität.

„An der Spitze des Pflegewesens muss ich mich aktiv für die Patienten einsetzen und für eine personenzentrierte, einfühlende Versorgung durch gut ausgebildetes und talentiertes Personal,“ sagt etwa Jean White, Leitende Beamtin für das Pflegewesen in Wales (Vereinigtes Königreich).

„Es ist sehr wichtig, dass unsere Hebammen auf der Höhe der neuesten Forschung sind. Das und Selbstvertrauen in das eigene Können und Stolz auf den gewählten Beruf sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass das Hebammenwesen auch in Zukunft relevant sein wird,“ sagte Lauren Marie Grech, die dieses Fach im dritten Jahr an der Universität von Malta studiert.

In den unten aufgeführten sozialen Medien sind weitere Beiträge von Krankenpflege- und Geburtshilfekräften zu finden.

Der 5. Mai ist aber auch der Tag der Handhygiene, mit dem die WHO sich jedes Jahr an die Gesundheitsfachkräfte richtet. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Infektionsbekämpfung und dem Ende einer Weiterverbreitung von Antibiotikaresistenzen durch richtige Handhygiene. Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal sind Berufsgruppen, die Handhygieneregeln in hohem Maße befolgen. Das ist wichtig für den Schutz von Patienten wie Personal vor Krankenhausinfektionen, für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen und dafür, aktive Handhygiene unter Patienten und ihren Besuchern sowie Kollegen weiter zu fördern.

Berufliches Fortkommen und politische Entschlossenheit unterstützen Krankenpflege und Geburtshilfe

In den letzten Jahrzehnten haben sich Krankenpflege und Geburtshilfe zu bedeutenden komplexen und evidenzbasierten Berufen entwickelt. Ihr großes Fertigkeitsspektrum ist die Voraussetzung für eine optimale Wirkung auf die Gesundheit der Bevölkerung.  In Krankenpflege und Geburtshilfe wird heute die Notwendigkeit interdisziplinärer Teamarbeit und klinischer Entscheidungsbildung nach aktuellem Forschungsstand anerkannt. Fertigkeiten müssen durch kontinuierliche Weiterbildung verbessert werden. Die angehenden Krankenpfleger und Hebammen können ihren Beruf voraussichtlich 30 oder 40 Jahre lang ausüben, so dass die Gesundheitssysteme klare Strategien benötigen, wie sie an dieser Ressource wirksam festhalten wollen.

Stetige berufliche Fortbildung, Beratung und Leitung sowie politischer Wille sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass das Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal über Jahre hinweg im Berufsalltag unterstützt werden kann.

Investitionen in das Gesundheitspersonal, hierunter Krankenpflege- und Geburtshilfekräfte, tragen auch zu einigen Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Agenda 2030 bei. SDG 3 nennt als konkrete Zielvorgabe in Bezug auf Gesundheitspersonal, eine deutliche Steigerung bei Rekrutierung, Aus- und Weiterbildung und Bindung von Gesundheitsfachkräften. Dies ist auch ein Beitrag zu SDG 4 (gute Bildung), SDG 5 (Gleichberechtigung), SDG 8 (anständige Beschäftigung und wirtschaftliches Wachstum), SDG 10 (weniger Ungleichheit), SDG 11 (nachhaltige Gesellschaft) und SDG 17 (SDG-Partnerschaften).

Weil der politische Wille zu Investitionen in gut ausgebildetes Gesundheitspersonal gestärkt werden soll, wird ein Handlungsrahmen für ein nachhaltiges Arbeitskräfteangebot im Gesundheitswesen im September 2017 auch Thema der 67. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa in Budapest sein. Dieser Rahmen skizziert Grundsatzoptionen für eine Optimierung von Leistung, Beschaffenheit und Wirkungskraft des Gesundheitspersonals.