Bedeutung von Pflegekräften und Hebammen für die Gesundheitsversorgung aller Menschen überall

Ministry of Health Israel

Pflegekräfte und Hebammen stellen die Mehrheit des Gesundheitspersonals weltweit. Der enorme Beitrag, den sie für die Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region der WHO leisten, wird jedes Jahr eine Woche lang – vom 5. Mai, dem Internationalen Hebammentag, bis zum 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflegenden – gewürdigt.

Auch in diesem Jahr hat das WHO-Regionalbüro für Europa Zitate und Geschichten von Hebammen und Pflegekräften aus der ganzen Europäischen Region gesammelt, die ihre Erfahrungen aus einer einzigartigen Perspektive schildern. Aus Israel erfahren wir, wie Pflegekräfte federführend im Bereich der Notfallversorgung in einem Traumazentrum agieren; aus Schweden erfahren wir, wie Hebammen bilinguale Geburtsbegleiter schulen, um die Resultate und Erfahrungen für Migrantinnen während Schwangerschaft und Geburt zu verbessern.

Wenn die Straßen in der Region Woronesch (Russische Föderation) nicht passierbar sind, dann geht die Pflegerin Evgenia Tkalya zu Fuß zu ihren Patienten. Die Pflegerin Svetlana Zelyanina aus der Region Wologda (Russische Föderation) sagt, das Lächeln der Patienten „macht uns Krankenschwestern zu den glücklichsten Menschen der Welt“.

Pflegekräfte schließen Lücken in der allgemeinen Gesundheitsversorgung

Das Thema des diesjährigen Weltgesundheitstages sowie einer laufenden Kampagne der WHO ist die allgemeine Gesundheitsversorgung – ein Ziel, das ohne Pflegekräfte und Hebammen nicht erreicht werden kann. Zwei freiwillige Pflegekräfte des Dänischen Roten Kreuzes berichten über ihre Erfahrungen in der Bemühung, die Lücke in der Gesundheitsversorgung für jene zu schließen, die keine Papiere und keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Eine Vielzahl anderer Geschichten befasst sich mit Umfang und Tragweite einer Karriere als Pflegekraft oder Hebamme, sei es eine jahrzehntelange Tätigkeit in einer Entbindungsstation oder eine Tätigkeit in der Forschung.

In der Europäischen Region gibt es schätzungsweise 7,3 Mio. Pflegekräfte und Hebammen, doch diese Zahl ist nicht ausreichend, um den gegenwärtigen oder künftigen Bedarf zu decken. Da sich die gesundheitlichen Bedürfnisse in der Europäischen Region aufgrund der steigenden Zahl oftmals pflegebedürftiger älterer Menschen verändern, gewinnt die Rolle der Pflegekräfte im Rahmen der erforderlichen Maßnahmen zunehmend an Bedeutung. Doch immer weniger junge Menschen wählen den Beruf der Pflegekraft, und viele Länder im Osten der Europäischen Region verlieren ihre Gesundheitsfachkräfte an die Länder im westlichen Teil der Region.

Das WHO-Regionalbüro für Europa ist entschlossen, die Umsetzung der im Jahr 2015 veröffentlichten strategischen Leitlinien zur Stärkung des Pflege- und Hebammenwesens in der Europäischen Region im Einklang mit den Zielen des Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“ in den Mitgliedstaaten zu unterstützen. Auch Berufsverbände sind zentrale Partner bei den Bemühungen um Fortschritte hin zu einer patientenorientierten Gesundheitsversorgung, um höchstmögliche Standards in den Gesundheitssystemen und um bessere Resultate für die Patienten. Ein zentraler Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen WHO und Gesundheitsministerien im Pflege- und Hebammenwesen besteht in der Schärfung des Bewusstseins für die Notwendigkeit, Pflegekräfte und Hebammen einzustellen, auszubilden und zu befähigen.