Übergang zur Beteiligung von Bürgern und Patienten am Gesundheitswesen erforderlich

In einer Rede auf der Tagung leitender europäischer Gesundheitsbeamter, die am 6. und 7. Oktober in Warschau stattfand, forderte der Direktor für Programm-Management Prof. José Maria Martin-Moreno einen Wechsel vom hierarchisch gelenkten Gesundheitswesen hin zu einem System, das Bürger und Patienten einbezieht, denn Risikoverhalten sei eine wichtige Ursache für nichtübertragbare Krankheiten.

Im Laufe der Tagung erörterten leitende Medizinalbeamte gesundheitspolitische Themen und Fragen mit Bezug für den Alltag der Ärzte in den europäischen Ländern.

„Es ist zweifelsfrei belegt, dass nichtübertragbare Krankheiten heute 85% der Krankheitslast in der Europäischen Region der WHO ausmachen. Die große Bedeutung des Risikoverhaltens für die Ätiologie der Krankheiten macht es erforderlich, dass Bürger und Patienten am Gesundheitswesen beteiligt werden“, sagte Prof. Moreno. Er unterstrich auch, welche Führungsrolle die Gesundheitsministerien im Aufsuchen anderer Sektoren und in der Einbindung von Angeboten für die öffentliche Gesundheit in das Gesundheitssystem spielten. Fachleute aus der primären und spezialisierten Gesundheitsversorgung seien entscheidend für die Aufklärung der Bürger zur Prävention von Krankheiten und Förderung gesunder Lebensgewohnheiten, für die Beobachtung des Gesundheitszustandes und für das Angebot von Gesundheitsinformationen an die Lokalbevölkerung.

Auf der Tagung wurde außerdem die erfolgreiche Schaffung eines modernen und effizienten Systems medizinischer Notversorgung in Polen beschrieben. Die Leiterin des WHO-Länderbüros in Polen, Dr. Paulina Miskiewicz, erläuterte die Zusammenarbeit zwischen Regionalbüro und polnischem Gesundheitsministerium im Bereich von Katastrophenschutz und Notfallmaßnahmen für Krankenhäuser, Krisenmanagement und die Vorbereitung von Massenveranstaltungen.

Seit dem 1. Juli 2011 hat Polen im Rahmen der Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union viele offizielle und inoffizielle Zusammenkünfte organisiert. Dabei hat es zwei Prioritäten für den Bereich der öffentlichen Gesundheit gesetzt:

  • die Überwindung der gesundheitlichen Kluft in den Gesellschaften Europas,
  • die Prävention von Erkrankungen des Gehirns und neurodegenerativen Krankheiten, hierunter Alzheimer.