WHO will Irland bei der Reformierung seines Gesundheitssystems nach der Finanzkrise unterstützen

Irish Department of Health

Dr. Hans Kluge (re.) mit dem irischen Gesundheitsminister Dr. James Reilly Foto: Gesundheitsministerium, Irland

Die WHO wird Irland bei der Prüfung von Handlungsoptionen für die Reform unterstützen; dies versicherte Dr. Hans Kluge, Direktor der Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit beim Regionalbüro für Europa, dem irischen Gesundheitsminister Dr. James Reilly im Anschluss an Gespräche mit hochrangigen Politikern in Dublin.

Das Zusammentreffen stand am Ende eines Grundsatzdialogs, der am 16. und 17. Juli stattfand. Auf der Veranstaltung berichteten international führende Experten hochrangigen Vertretern aus der Abteilung Kindergesundheit im Gesundheitsministerium über Erkenntnisse und Erfahrungen aus anderen Ländern der Europäischen Region, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Irland gehört zu den Ländern, die von der Finanzkrise besonders hart getroffen wurden. Seine Volkswirtschaft stürzte 2008 in eine tiefe Rezession. Seitdem haben Sparmaßnahmen zur Kompensierung des Einnahmenrückgangs das Land dazu veranlasst, verschiedene Handlungsoptionen für die Reformierung seines Gesundheitswesens bei gleichzeitiger Kürzung des Gesundheitsetats zu prüfen.

Handlungsoptionen für die Reform des Gesundheitssystems

Die insgesamt 38 Teilnehmer des Grundsatzdialogs prüften die verfügbaren Daten über die Auswirkungen der Mittelkürzungen auf das irische Gesundheitssystem. Sie verglichen außerdem die Grundsatzoptionen für die Reform mit den Maßnahmen in anderen Ländern der Europäischen Union und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die Gespräche wurden moderiert von Experten des zum Regionalbüro gehörigen Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik sowie Vertretern von dessen Außenstelle in Barcelona mit Zuständigkeit für die Stärkung der Gesundheitssysteme; sie steuerten auch die neuesten fachlichen Publikationen und Daten bei. Vertreter von renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen wie der TU Berlin, der London School of Hygiene and Tropical Medicine, der London School of Economics und des Trinity College Dublin setzten internationale Impulse. Die Teilnehmer berieten über den Entwurf eines Berichts über die Reaktion des irischen Gesundheitssystems auf die Finanzkrise, den das Regionalbüro zusammen mit dem Observatorium im Lichte der ihnen vorgelegten Erkenntnisse erstellt hatte.

Die WHO wird dem Gesundheitsministerium auch bei der Einführung von Verfahren zur Messung der Ergebnisse der primären Gesundheitsversorgung in Irland behilflich sein.