Einbeziehung der Menschen bei jedem Schritt: Patienten und Betreuer erklären die Vorteile einer patientenorientierten Gesundheitsversorgung

Der Besuch der Ambulanz ist nicht obligatorisch, aber er bietet eine Gelegenheit zur Interaktion mit dem Gesundheitssystem und mit anderen Akteuren in einer sicheren Umgebung, in der Sie Ihre Sorgen mit dem Arzt besprechen und sich auch mit anderen Patienten unterhalten können.

Georgi Hristov (Bulgarien), Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen in Bezug auf paranoide Schizophrenie

Die „Stimmen von Patienten und Betreuern" bestehen aus einer Sammlung persönlicher Geschichten, einer Fotoserie und einem Film mit dem Titel „Journeys to Health", in denen die wahren Geschichten von Menschen aus allen Teilen der Europäischen Region der WHO geschildert werden, die in für sie gesundheitlich schwierigen Situationen wesentlich zu ihrer eigenen Versorgung beigetragen haben. 

In den Geschichten werden die positive Wirkung der Einbindung und Beteiligung der Menschen an jedem einzelnen Schritt ihrer gesundheitlichen Versorgung sowie die Vorteile einer offenen Zusammenarbeit zwischen Patienten und Betreuern dargestellt. Diese Priorität veranlasst das WHO-Regionalbüro für Europa dazu, den vom Gesundheitssystem direkt versorgten Menschen eine Stimme zu verleihen und politische Entscheidungsträger und die Gesundheitsberufe dazu zu ermutigen, die vorhandenen Möglichkeiten und Potenziale aus Sicht der Patienten zu betrachten.

Die Stimmen der Patienten und Betreuer bilden die Grundlage für das Grundsatzdokument „Prioritäten für die Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO im Zeitraum 2015–2020: Verwirklichung der Vorsätze für mehr Bürgernähe", das am 16. September 2015 auf der 65. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa in Vilnius (Litauen) von allen 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO angenommen wurde. 

Ein aktives Zuhören gegenüber Patienten, ihren Angehörigen und ihrem Umfeld und deren Einbeziehung in die Gestaltung von Gesundheitssystemen, die sich stärker am Bedarf der Menschen orientieren, wird in zunehmendem Maße zu einer Priorität für Regierungen in der Europäischen Region und wie auch weltweit. Diese Geschichten stellen eine offene Aufforderung an die Gesundheitspolitik dar, mit einem inklusiven Ansatz anhand der Rückmeldung von den Bürgern systemweite Verbesserungen in Angriff zu nehmen.