Pflegekräfte und Hebammen: Eine wichtige Ressource für die Verbesserung der Gesundheit und die Stärkung der Gesundheitssysteme

Photo story: The vital role of nurses and midwives in the European Region

State neonatal center “Clinical maternity hospital No1

In der Europäischen Region der WHO stellen Pflegekräfte und Hebammen, deren Zahl auf insgesamt 7,3 Millionen geschätzt wird, die Mehrheit der Gesundheitsfachkräfte und erbringen Gesundheitsleistungen für Menschen aller Altersgruppen. Eine unlängst veröffentlichte Sammlung guter Praktiken in der Krankenpflege und Geburtshilfe veranschaulicht die grundlegende Bedeutung dieser Gesundheitsfachkräfte für die öffentliche Gesundheit und das Wohlbefinden. Die darin enthaltenen 55 Fallstudien aus 18 Ländern bieten Beispiele dafür, wie Pflegekräfte und Hebammen an der Verbesserung der Gesundheit beteiligt sind.

Ihr Beitrag geht allerdings weit über ihre Patienten und selbst ihr Umfeld hinaus: Auch bei der Stärkung der Gesundheitssysteme stehen Pflegekräfte und Hebammen an vorderster Front und sorgen maßgeblich dafür, dass die Europäische Region die in ihrem Rahmenkonzept „Gesundheit 2020" dargelegten Ziele und Bestrebungen verwirklicht und gemeinsam mit den anderen Regionen der Welt die gesundheitsbezogenen Vorgaben entsprechend Ziel 3 der Ziele für nachhaltige Entwicklung erfüllt: Gesundes Leben sichern und Wohlbefinden für alle in jedem Alter fördern.

Jedes Jahr würdigt die Welt den wesentlichen Beitrag von Pflegekräften und Hebammen anlässlich des Internationalen Hebammentages und des Internationalen Tages der Pflegenden, die am 5. bzw. 12. Mai begangen werden. Die nachstehenden Links führen zu weiteren Informationen darüber, welchen Beitrag Pflegekräfte und Hebammen leisten, und zu Fallstudien, die der Sammlung guter Praktiken entnommen wurden.

Verbreitung und Austausch beispielhafter Verfahren

Zwar werden in den Fallstudien bewährte Praktiken und Innovationen beschrieben, doch geht aus der Publikation auch hervor, dass diese nicht in jedem Fall sorgfältig dokumentiert, streng evaluiert und innerhalb der Länder verbreitet oder zwischen ihnen ausgetauscht werden. Daher wirken sie sich nur in beschränktem Umfang auf die nationale oder lokale Entscheidungsfindung aus, und auch der Beitrag von Pflegekräften und Hebammen zur Forschung und Sammlung von Evidenz sowie zur Konzeption von Angeboten und Technologie ist begrenzt.  

Die Rolle von Pflegekräften und Hebammen bei der Stärkung der Gesundheitssysteme lässt sich in erster Linie durch eine entschlossene Führungsarbeit der Regierungen und eine unterstützende Politik optimieren. Während Politikgestalter und Entscheidungsträger Überlegungen darüber anstellen, wie Pflegekräfte und Hebammen die Belastbarkeit von Gesundheitssystemen stärken und verbessern können – das Thema des diesjährigen Internationalen Hebammentages – fordert das Regionalbüro sie nachdrücklich dazu auf, politisch so umzusteuern, dass diese zentrale Kategorie des Gesundheitspersonals einen verstärkten Beitrag leisten kann.