Neue Leitlinien für Rehabilitationsangebote für Behinderte veröffentlicht

Die WHO hat neue Leitlinien für gemeindenahe Rehabilitationsmaßnahmen (community-based rehabilitation – CBR) veröffentlicht, die dazu beitragen sollen, dass Menschen mit Behinderungen in Angebote aus den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und Ausbildung, Beschäftigung und Soziales sowie in andere kommunale Angebote und Maßnahmen einbezogen werden. Die Leitlinien bilden ein wichtiges Instrument für die Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und sollen eine auf die lokale Bevölkerung ausgerichtete Entwicklung fördern, in die diese Menschen einbezogen werden.

In seiner Rede auf der 9. Europäischen Konferenz zum Thema Rehabilitation am 9. November 2010 erläuterte Dr. José Martin-Moreno, Direktor für Programm-Management beim WHO-Regionalbüro für Europa, solche Leitlinien trügen dazu bei, in der Europäischen Region wie auch weltweit Menschen mit Behinderungen in den Hauptstrom der Entwicklungsmaßnahmen einzubeziehen. Unter den über 300 Delegierten bei der Vorstellung der Leitlinien war auch die Präsidentin von Rehabilitation International, Anne Hawker.

Die Leitlinien wurden im Laufe der letzten sechs Jahre von der WHO, der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) und dem International Disability and Development Consortium (IDDC) ausgearbeitet. Zu den Mitgliedern des IDDC gehören die internationale christliche Entwicklungsorganisation CBM, Handicap International, der italienische Verband „Amici di Raoul Follereau“ (AIFO), Light for the World, der norwegische Behindertenverband und die Organisation Sightsavers. An der Ausarbeitung der Leitlinien waren außerdem über 180 Personen und fast 300 Organisationen aus aller Welt beteiligt, überwiegend aus Ländern mit niedrigem Einkommen. Auch Organisationen aus der Europäischen Region spielten bei diesen Bemühungen um Unterstützung und Förderung der Programme für gemeindenahe Rehabilitationsmaßnahmen in der Region eine bedeutende Rolle.

Gemeindenahe Rehabilitation

Die WHO befürwortet seit Annahme der Erklärung von Alma-Ata über primäre Gesundheitsversorgung im Jahr 1978 das Konzept gemeindenaher Rehabilitationsangebote. Dieses wurde ursprünglich als Strategie mit dem Ziel propagiert, den Menschen mit Behinderungen in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen durch optimale Nutzung lokaler Ressourcen einen besseren Zugang zu Rehabilitationsangeboten zu verschaffen. In den vergangenen 30 Jahren haben sich gemeindenahe Rehabilitationsangebote aufgrund der Zusammenarbeit der WHO mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen sowie mit nichtstaatlichen Organisationen und Behindertenverbänden zu einer sektorübergreifenden Strategie entwickelt, die der Bewältigung der Bedürfnisse von Behinderten allgemein, der Gewährleistung ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Verbesserung ihrer Lebensqualität dient.