Entwicklung eines Bewertungsinstruments für die Handhabung nichtübertragbarer Krankheiten in der primären Gesundheitsversorgung

Marlies Wessels

Fachdiskussion während der Tagung im Januar 2012. Foto: WHO

Das Regionalbüro entwickelt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Nederlands instituut voor onderzoek van de gezondheidszorg (NIVEL) einen Beurteilungsrahmen, mit dem die Wirksamkeit des Umgangs mit nichtübertragbaren Krankheiten in der primären Gesundheitsversorgung beurteilt werden soll.

Das Regionalbüro legte während einer Tagung in Amsterdam (25. und 26. Januar 2012) einen Text zum Thema vor, in dem die verfügbaren Erkenntnisse und in Grundsatzpapieren international vertretenen Ansichten zusammengefasst und erste Schritte für die Entwicklung des Rahmens skizziert wurden. Auf der Tagung erörterten Vertreter aus 37 Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO ihre Erfahrungen im Umgang mit nichtübertragbaren Krankheiten und Methoden zur Entwicklung des Rahmens.

Mit ihm sollen die Leistungsfähigkeit der primären Gesundheitsversorgung wie auch vorhandene Defizite in Bezug auf Gesundheitsförderung und die Prävention bzw. Bewältigung und Versorgung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Diabetes mellitus untersucht werden. Der Fokus liegt auf evidenzbasierten Interventionen, die von der primären Gesundheitsversorgung im gesamten Leben einer Person angewendet werden können.

Die Teilnehmer regten an, die Relevanz des Instruments in unterschiedlichen Ländern zu erhöhen: 

  • mit stark oder weniger stark zentralisierten Gesundheitssystemen,
  • mit unterschiedlichem Grad an Engagement der primären Gesundheitsversorgung für die Handhabung nichtübertragbarer Krankheiten,
  • mit unterschiedlicher Ressourcenausstattung.

Sie diskutierten wie Fragen der Chancengleichheit besser durch den Rahmen erfasst werden könnten und wie der sich wandelnden Rolle der primären Gesundheitsversorgung und ihrer zunehmenden Betonung von Gesundheitsförderung besser Rechnung getragen werden könnte.

Teilnehmer aus Dänemark, Kirgisistan, den Niederlanden und der Republik Moldau stellten Erfahrungen ihrer Länder mit der Umsetzung entsprechender Reformen und Initiativen vor. Sie beleuchteten etwa die Frage, welche Faktoren für eine Ausweitung von Funktionen auf der Erbringerseite zu berücksichtigen seien, und betonten Themen wie die Abstimmung der personenorientierten Versorgung und die Bewältigung der Komorbiditäten.

Der auf der Tagung vorgelegte Text war ein erster Schritt zur Entwicklung des Instruments, welches das Regionalbüro 2012 in mehreren Ländern erproben will, bevor es Ende des Jahres vom Stapel läuft.

Es soll für die Umsetzung des Aktionsplans zur Europäischen Strategie zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten (2012–2016) genutzt werden, der von den Mitgliedstaaten im September 2011 vereinbart wurde.