WHO eröffnet Fachzentrum für primäre Gesundheitsversorgung in Kasachstan

Photo: Serguei Gurzhin

Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, und Prof. Torgeldy Sharmanov, Präsident der Staatlichen Akademie für Ernährungsfragen in Kasachstan, bei der Einweihung des neuen Fachzentrums der WHO für primäre Gesundheitsversorgung.

Die WHO hat am 11. Februar 2015 ein neues Kompetenzzentrum für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty (Kasachstan) eingeweiht. Damit soll das Regionalbüro für Europa in die Lage versetzt werden, die Länder bei der Neubelebung der primären Gesundheitsversorgung wirksam zu unterstützen. 

An der Eröffnungszeremonie nahmen Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, und Dr. Salidat Kairbekova, Erste Stellvertretende Ministerin für Gesundheit und soziale Entwicklung der Republik Kasachstan, teil.

Zur Bedeutung der primären Gesundheitsversorgung erklärte Dr. Jakab: „Zu den Voraussetzungen dafür, dass die Europäische Region, wie in Gesundheit 2020 propagiert, ihr gesundheitliches Potenzial voll ausschöpfen kann, gehören eine starke Führungskompetenz, die der Komplexität der Systeme gewachsen ist und die ihre Komponenten aufeinander abstimmt. Gleichzeitig stehen die verantwortlichen Führungskräfte vor der ebenso schwierigen Aufgabe, im alltäglichen Betrieb der Leistungserbringung bürgernahe Gesundheitsangebote bereitzustellen.“

Dr. Jakab dankte der Regierung Kasachstans für ihr globales Eintreten für einen auf der primären Gesundheitsversorgung basierenden Ansatz, aber auch für die Durchführung von Reformen im eigenen Land. Kasachstan kann auf eine lange Tradition der Förderung der primären Gesundheitsversorgung zurückblicken, die 1978 mit der Erklärung von Alma-Ata begann, in der zu dringenden Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit aller Menschen aufgerufen wurde.

Konkret soll das neue Fachzentrum:

  • das Wissen zur Ausweitung der Evidenzgrundlage in Bezug auf die Erbringung von Gesundheitsleistungen zusammenstellen;
  • die Länder durch Erfahrungsaustausch und fachliche Kompetenz bei der Stärkung der Leistungserbringung unterstützen;
  • Grundsatzoptionen, Mechanismen und Instrumente für vorrangige Maßnahmen zur Neugestaltung der Leistungen aufzeigen;
  • Synergieeffekte mit globalen Gesundheitsinitiativen aufbauen, Partnerschaften mit führenden wissenschaftlichen Institutionen und Denkfabriken fördern und mit den Partnern in der Entwicklungspolitik zusammenarbeiten.

Viertägiger Besuch in Kasachstan

Neben der Einweihung des neuen Fachzentrums umfasste der viertägige Besuch Dr. Jakabs in Kasachstan auch:

  • Gespräche mit hochrangigen staatlichen Repräsentanten (u. a. Vertretern des Büros des Staatspräsidenten und der Regierung sowie den Bürgermeistern von Almaty und Astana), kasachischen Gesundheitsfachkräften und Vertretern anderer in dem Land tätiger Organisationen der Vereinten Nationen; 
  • die Teilnahme an einem hochrangigen Politikseminar über die Neugestaltung der Leistungserbringung im kasachischen Gesundheitswesen unter Schwerpunktlegung auf die wichtigsten Entwicklungen in der primären Gesundheitsversorgung im Zeitraum 2016–2020. 

Definition der primären Gesundheitsversorgung

Primäre Gesundheitsversorgung ist eine gemeindenahe Gesundheitsversorgung, die meist durch Hausärzte, Gemeindeschwestern und -pfleger, Mitarbeiter örtlicher Kliniken oder andere Gesundheitsfachkräfte erfolgt. Sie sollte für alle Personen und Familien auf für sie annehmbare Weise zugänglich sein und mit ihrer umfassenden Beteiligung und zu Kosten erfolgen, die sich die Bevölkerung und das Land leisten können.