Neuer Beirat der WHO für künftige Ausgestaltung der primären Gesundheitsversorgung in Almaty vorgestellt

WHO

Minister of Health of Kazakhstan, Dr Yelzhan Birtanov, and WHO Regional Director for Europe, Dr Zsuzsanna Jakab.

Am 21. und 22. Juni 2017 versammelten sich in Almaty (Kasachstan) Fachleute zur ersten Tagung des Beirats für primäre Gesundheitsversorgung. Die Regionaldirektorin hat diesen Beirat ins Leben gerufen, um die primäre Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region voranzubringen.

Während seiner ersten Zusammenkunft erörterte der Beirat die Einsatzfähigkeit und Bedarfsgerechtigkeit der primären Gesundheitsversorgung hinsichtlich künftiger gesundheits- und sozialpolitischer Erfordernisse.

Notwendigkeit von Umgestaltung und Schaffung neuer Zusammenhänge

In ihren einleitenden Bemerkungen dankte die Regionaldirektorin Dr. Zsuzsanna Jakab der Regierung Kasachstans für ihre Großzügigkeit und ihre Vorreiterrolle, die ein so einzigartiges Forum wie den Beirat ermöglicht hätten. Das Europäische Zentrum der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty wird von der Regierung Kasachstan unterhalten und dient dem Beirat als Sekretariat.

Dr. Jakab erinnerte die Teilnehmer an die visionäre Erklärung von Alma-Ata aus dem Jahr 1978, in der schon die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung von Gesundheit und der Erbringung der Leistungen nah bei den Menschen betont wurde.

Dr. Jakab stellte dann Überlegungen zu Erfordernissen und Umständen der primären Gesundheitsversorgung in den mehr als 40 Jahren seit Abgabe der Erklärung an. „Eines ist sicher: die Transformation ist nötig. Und die Transformation macht ressortübergreifende Maßnahmen erforderlich. Sie erfordert neue Partnerschaften und neue Beziehungen, denn Patienten und Bürger engagieren sich immer stärker. Sie erfordert auch neue Arten der Beziehung zwischen Leistungserbringern, Bevölkerungsgruppen sowie lokalen, regionalen und nationalen Behörden,“ sagte sie.

„Kleine Veränderungen reichen nicht aus,“ fuhr sie fort. „Unsere Länder haben Konzepte wie „Gesundheit 2020“ und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung angenommen und Zielvorgaben beschlossen, die ein „Weitermachen wie bisher“ ausschließen.

Der ebenfalls anwesende kasachische Gesundheitsminister Dr. Yelzhan Birtanov bemerkte, dass die Rolle der WHO für die Stärkung der Gesundheitssysteme sehr geschätzt werde. „Diese Gründungsversammlung bietet eine einmalige Gelegenheit, Berichte aus anderen Ländern zu hören und Ansichten mit internationalen Experten für primäre Gesundheitsversorgung auszutauschen,“ sagte er.

Der Minister betonte, dass Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung den Schlüssel zur Bewältigung nichtübertragbarer Krankheiten in Händen hielten. Kasachstan arbeite daran, die primäre Gesundheitsversorgung näher an die Bevölkerung zu bringen und auch Polykliniken enger an die Bedürfnisse der Patienten anzupassen.

Weitere Schritte

In den kommenden Jahren sollen der Beirat und seine Mitglieder ihren Sachverstand für die Stärkung der primären Gesundheitsversorgung einsetzen. Sie werden die Kooperation maßgeblicher Ressorts, Partner und Akteure fördern und ein Forum für den Austausch von Fachwissen und Erfahrung anbieten.

Der Beirat wird sich auf drei zentrale Bereiche des Europäischen Handlungsrahmens für eine integrierte Leistungserbringung im Gesundheitswesen konzentrieren, der von den Ländern der Europäischen Region einschließlich Kasachstan gebilligt wurden:

  1. das Auffinden innovativer Modelle zur Integration von primärer Gesundheitsversorgung und öffentlichen Gesundheitsdiensten,
  2. die Verbesserung der Abstimmung zwischen primärer Gesundheitsversorgung und anderen Gesundheitsangeboten, hierunter Krankenhäuser und spezialisierter Dienste,
  3. die Integration von primärer Gesundheitsversorgung und Sozialwesen, insbesondere angesichts wachsender Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung.