Länder Südosteuropas unterzeichnen historische Vereinbarung über öffentliche Gesundheit

Ministry of Health, Albania

Mitglieder des SEEHN bei der Unterzeichnung der Vereinbarung (Bild: Gesundheitsministerium, Albanien)

Am 10. November 2010 haben die neun Mitglieder des Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerks (SEEHN), nämlich Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Kroatien, Montenegro, die Republik Moldau, Rumänien und Serbien die bisher einzige länderübergreifende Vereinbarung über öffentliche Gesundheit in diesem Teil der Europäischen Region der WHO unterzeichnet. Sie ebnet den Weg für die Einrichtung eines als eigenständige juristische Person fungierenden Sekretariats für das SEEHN in Skopje. Dieses wird sich als kleine internationale Organisation an die Regeln des Wiener Übereinkommens über das Recht der Verträge halten.

Die Vereinbarung wurde auf der 24. Tagung des SEEHN unterzeichnet, die vom 10. bis 12. November 2010 im Rahmen der albanischen Präsidentschaft des SEEHN in Tirana stattfand. Die Tagung bot den Mitgliedern auch Gelegenheit zu einer Bestandsaufnahme der Reformen im öffentlichen Gesundheitswesen, die auf eine Stärkung der Fähigkeit zur Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften abzielen.

Das SEEHN wurde 2001 mit Unterstützung des Europarates und des WHO-Regionalbüros für Europa im Rahmen der vom Stabilitätspakt für Südosteuropa durchgeführten Initiative für mehr sozialen Zusammenhalt gegründet. Das Sekretariat ist eines von zwei wichtigen Infrastrukturelementen, die die Nachhaltigkeit des Netzwerks im Hinblick auf die regionale Zusammenarbeit im öffentlichen Gesundheitswesen sowie die Eigenverantwortung der beteiligten Länder gewährleisten sollen. Das zweite ist die Einrichtung von Zentren für regionale Gesundheitskooperation.

Die Mitgliedstaaten bereiten sich derzeit auf das Dritte Forum der Gesundheitsminister vor, das am 13. und 14. Oktober 2011 in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina) stattfinden soll. Als maßgebliche Partner werden voraussichtlich das WHO-Regionalbüro für Europa, der Europarat, die Europäische Kommission, die Partnerschaft der Nördlichen Dimension für Gesundheit und Soziales sowie eine Reihe von Ländern der Europäischen Union beteiligt sein.

Zentren für regionale Gesundheitskooperation

Auf der 24. Tagung des SEEHN kam es auch zu einer Bestandsaufnahme in Bezug auf die Gestaltung und Tätigkeit der Zentren für regionale Gesundheitskooperation, wie sie in einer von den Mitgliedstaaten 2009 unterzeichneten Vereinbarung vorgesehen sind. Diese sollen die regionale Zusammenarbeit in vorher festgelegten Bereichen der öffentlichen Gesundheit fördern, die von allseitigem Interesse sind. Solche Zentren sind bisher in folgenden vier Ländern entstanden:

  • Bosnien und Herzegowina (psychische Gesundheit);
  • Kroatien (Organtransplantation und -spende);
  • Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (Angebote des öffentlichen Gesundheitswesens);
  • Rumänien (Blutprodukte und Bluttransfusionen).

Am 11. November 2010 wurde beim Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit in Tirana das fünfte Zentrum für regionale Gesundheitskooperation eingeweiht; es soll sich mit Fragen der Surveillance übertragbarer Krankheiten, der Pandemievorsorge und der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften befassen. Es wurde mit politischer, fachlicher, finanzieller und logistischer Unterstützung durch die albanische Regierung aufgebaut.