Zehn Jahre Südosteuropäisches Gesundheitsnetzwerk (SEEHN)

Predrag Milašinović

Teilnehmer auf dem Forum. Foto: Predrag Milašinović

Am 13. Oktober 2011, dem ersten Tag des Dritten Forums der Gesundheitsminister aus den Ländern des SEEHN, würdigten die Teilnehmer die enge Zusammenarbeit, die im vergangenen Jahrzehnt entstanden sei.

Auf der Eröffnungssitzung schilderten Sredoje Nović, Minister für Verwaltungsangelegenheiten von Bosnien und Herzegowina, Rusmir Mesihović, Bundesminister für Gesundheit von Bosnien und Herzegowina, Ranko Škrbić, Minister für Gesundheit und Soziales der Republika Srpska, Željko Komšić, Vorsitzender der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina, Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska, und Hidajet Biščević, Generalsekretär des Regionalen Kooperationsrates des SEEHN, wie neun Länder (nach dem Beitritt Israels zehn) sich zusammengetan hätten, um auf politischer Ebene wie auch auf Arbeitsebene auf eine Verbesserung der Gesundheitssituation in der Region hinzuarbeiten. Das SEEHN hat nicht nur Führungskompetenz und Weitblick unter Beweis gestellt, sondern bietet sich auch als geeignete Plattform für die Umsetzung von Politik in die Praxis an.

In ihrer Ansprache beschrieb Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, das SEEHN folgendermaßen: „Eine bahnbrechende länderübergreifende Initiative aus der Vergangenheit und gleichzeitig eine Institution für die Zukunft, die die Weiterentwicklung der Gesundheitssysteme und der öffentlichen Gesundheitsdienste in ihren Mitgliedstaaten entscheidend prägt: durch Zusammenarbeit, Wissens- und Erfahrungsaustausch auf regionaler Ebene, durch Aufbau gemeinsamer Kapazitäten und durch Entwicklung gemeinsamer Zukunftsvisionen und des nötigen Dialogs und Vertrauens sowie geeigneter Unterstützungsmaßnahmen.“

Repräsentanten der Partnerorganisationen, zu denen die Europäische Kommission, die Internationale Organisation für Migration, der Europarat und die Entwicklungsbank des Europarates gehören, bekräftigten ihre anhaltende Unterstützung für das SEEHN. Vertreter der einzelnen Mitgliedstaaten unterstrichen ihr Engagement für die laufenden Vorhaben und unterbreiteten Vorschläge für das weitere Vorgehen. Die Länder waren sich darüber einig, dass das SEEHN über genügend Wissen, Verantwortungsbewusstsein und Kompetenz verfüge, um die vor ihm liegenden Herausforderungen bewältigen und die Gesundheitsförderung vorantreiben zu können. Als zentrale Aspekte wurden von den Ländern u. a. genannt:

  • die Notwendigkeit einer koordinierten Mittelbeschaffung mit dem Ziel, die Handlungsfähigkeit des SEEHN trotz der Finanzkrise zu wahren;
  • die Bedeutung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit, auch wenn sich diese oft als schwierig und zeitraubend erweise;
  • die Hilfe, die das SEEHN für die Bewerberländer der Europäischen Union leisten könnte;
  • der weiterhin hohe Stellenwert von Gesundheit und Wohlbefinden auf der politischen Tagesordnung des SEEHN;
  • die Möglichkeit, dass das SEEHN als Instrument für eine Anpassung von „Gesundheit 2020“ von der regionalen auf die nationale Ebene dienen könne;
  • die Funktion des SEEHN bei der Erleichterung des Austauschs von Beispielen vorbildlicher Praxis in der Einbeziehung von Gesundheit in alle Politikbereiche;
  • die Bedeutung der Darstellung der eigenen Arbeit nach außen; und
  • die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Forschung.

Im späteren Verlauf verlagerte sich die Diskussion hin zu Gesundheit in allen Politikbereichen sowie den sozialen Determinanten von Gesundheit und gesundheitlichen Ungleichheiten, In einer Grundsatzrede schilderte ein Experte des WHO-Regionalbüros für Europa die gesundheitlichen Ungleichheiten, die in der Europäischen Region und in der Teilregion Südosteuropa nach wie vor bestünden. Dabei erläuterte er drei aufeinander folgende Ebenen für die Verwirklichung von Gesundheit in allen Politikbereichen: Zusammenarbeit mit anderen Politikbereichen zur Verbesserung der Gesundheitssituation; Abstimmung von Handlungskonzepten mit anderen Politikbereichen; und letztendlich Verzahnung von Konzepten mit dem Ziel der Maximierung der positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

Der Tag ging mit einer Preisverleihung zu Ende, bei der die unschätzbaren Beiträge aller Länder zum SEEHN anerkannt wurden. Im Verlauf von zehn Jahren hat sich das SEEHN schrittweise vom Ei erst zu einem hässlichen Entlein und schließlich zum eleganten Schwan entwickelt.