Südosteuropäisches Gesundheitsnetzwerk öffnet Türen

Predrag Milašinović

Die Minister bei der Unterzeichnung der Vereinbarung (von links): Dr. Ante-Zvonimir Golem (Kroatien); Sredoje Nović (Bosnien und Herzegowina); Albert Gajo (Albanien). Foto: Predrag Milašinović

Gesundheitsminister der Länder Südosteuropas dehnen ihren Einfluss aus

„Dies ist ein historischer Moment, der unsere Dynamik unter Beweis stellt.“ Mit diesen Worten kommentierte der Gesundheitsminister eines der neun Länder im Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerk (SEEHN) die Entscheidung, auch Ländern außerhalb seiner historischen und geografischen Grenzen eine volle Mitgliedschaft zu ermöglichen. Als erstes Land profitiert Israel von dieser Neuregelung. Auf dem Dritten Forum der Gesundheitsminister in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina) wurde Israel als neues Mitglied des SEEHN begrüßt.

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, bezeichnete die Aufnahme Israels als eine Entscheidung von beiderseitigem Nutzen: Denn so könne das SEEHN von den ausgezeichneten öffentlichen Gesundheitsdiensten des Landes lernen; Israel wiederum werde von der guten Arbeit des SEEHN profitieren.

Die Änderung an der Vereinbarung, die eine Erweiterung des SEEHN erlaubt, wurde von den Mitgliedstaaten am Vorabend der Eröffnung des Forums unterzeichnet, die am 13. Oktober 2011 stattfand. Auf der Tagesordnung befinden sich Themen wie Gesundheit in allen Politikbereichen und eine sektorübergreifende Zusammenarbeit zugunsten der öffentlichen Gesundheit.

Das SEEHN wurde 2001 eigens für die Länder in der Region mit dem Ziel eingerichtet, speziell durch Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu Frieden und Stabilität beizutragen. Die ursprünglichen neun Mitglieder – Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Kroatien, Montenegro, die Republik Moldau, Rumänien und Serbien – arbeiteten in Fragen der Gesundheitspolitik eng zusammen und legten ab 2005 einen Schwerpunkt auf die ökonomische Entwicklung durch Förderung der öffentlichen Gesundheit. Geldgeber wurden zu Partnern, und die Zusammenarbeit führte zu einem starken Netzwerk, an dem über 300 Experten auf allen Ebenen, 60 Institutionen auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit, sechs regionale Zentren für Gesundheitsförderung (zu speziellen Themenbereichen wie nichtübertragbaren Krankheiten und Antibiotikaresistenz) sowie als Pilotversuch zehn gemeindenahe psychosoziale Zentren beteiligt sind.

Die Ausdehnung der Mitgliedschaft wurde von der Präsidentschaft des SEEHN begrüßt. Zu dieser gehören: Sredoije Nović, Minister für Verwaltungsangelegenheiten von Bosnien und Herzegowina; Prof. Rusmir Mesihović, Bundesminister für Gesundheit von Bosnien und Herzegowina; Prof. Ranko Škrbić, Minister für Gesundheit und Soziales der Republika Srpska; und Dr. Admir Čandić von der Bezirksverwaltung Brčko (Bosnien und Herzegowina).

Prof. Alex Leventhal aus Israel erklärte, sein Land werde die Verpflichtungen auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit annehmen, die im vergangenen Jahrzehnt eingegangen worden seien und auf dem Forum erneuert würden, und es werde sich aktiv an der Arbeit des SEEHN beteiligen. Seine Mitgliedschaft werde einen ergiebigen Erfahrungsaustausch ermöglichen, von dem sich Israel viel verspreche. Er fügte hinzu, zwischen der Region und dem Gesundheitssystem Israels gebe es seit vielen Jahren eine Vielzahl persönlicher und beruflicher Kontakte. Er bedankte sich herzlich bei den Ministern und beim SEEHN.