Neue unabhängige Staaten wollen nichtübertragbare Krankheiten zurückdrängen

WHO

Teilnehmer am Grundsatzdialog in Kasachstan im Juni 2012
Foto: WHO

Beginn einer subregionalen Zusammenarbeit zur Stärkung der Gesundheitssysteme

Vertreter aus elf der so genannten neuen unabhängigen Staaten (NUS) kamen kürzlich zusammen, um die Fähigkeit der Gesundheitssysteme dieser Länder zur Bewältigung nichtübertragbarer Krankheiten zu sondieren. Gemeinsame Herausforderungen und mögliche gemeinsame Schritte zum Aufbau einer subregionalen Initiative wurden benannt.

Vertreter der Gesundheitsministerien dieser Länder kamen vom 27. bis 29. Juni 2012 zu einem internationalen Grundsatzdialog in Astana (Kasachstan) zusammen, der sich darauf konzentrierte, wie die Gesundheitssysteme so gestärkt werden können, dass sie zum Abbau der alarmierend hohen Zahlen für nichtübertragbare Krankheiten in der Europäischen Region beitragen. Insgesamt machen kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen den Großteil der Belastung durch Morbidität und Mortalität in der Region aus. 

Dieser Grundsatzdialog bildete den Auftakt für eine gesundheitspolitische Zusammenarbeit der NUS, welche die öffentliche Gesundheit durch verstärkte subregionale Kooperation verbessern soll.  Die Tagung bot ein Forum für den Erfahrungsaustausch über bewährte Praktiken des Gesundheitswesens in der Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten und initiierte kontinuierliche Konsultationen und Gespräche.

Dr. Ion Salaru, Stellvertretender Direktor des moldawischen Instituts für Bevölkerungsgesundheit äußerte sich zufrieden über den erfolgreichen Erfahrungsaustausch und die Initiative für eine Zusammenarbeit: „Wir würden es begrüßen, wenn weitere Grundsatzdialoge unserer Länder zu Themen wie Humanressourcen und die Finanzierung von Angeboten für die öffentliche Gesundheit, Standards und Indikatoren für die Beobachtung und Auswertung derselben u. v. m. organisiert würden, in denen wir von international gesammelten Erfahrungen lernen und unsere bewährten Praktiken miteinander teilen könnten.“

Die Gespräche handelten insbesondere von:

  • der Umsetzung der grundlegenden gesundheitspolitischen Maßnahmen, die dem WHO-Regionalkomitee für Europa im September 2011 vorgestellt wurden,
  • neuen konzeptionellen Initiativen des Regionalbüros, hierunter der Europäische Aktionsplan zur Stärkung der Kapazitäten und Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Ansatz zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten über die Gesundheitssysteme. 

Die Diskussionen flossen in einen Beitrag zum Entwurf des globalen Aktionsplans gegen nichtübertragbare Krankheiten für den Zeitraum 2013–2020 ein. Am Dialog beteiligten sich 60 Teilnehmer, hierunter Vertreter mehrerer Partnerorganisationen des Regionalbüros: WHO-Kooperationszentren aus Dänemark und der Schweiz, das Schweizerische Rote Kreuz, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), die Weltbank, der Verband der Familienärzte Kasachstans, das zentralasiatische Büro der Centers for Disease Prevention and Control (CDC), die Delegation der Europäischen Kommission in Kasachstan, der residierende Koordinator der Vereinten Nationen/des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) in Kasachstan und der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA).