Neuer Aktionsplan für öffentliche Gesundheit legt Schwerpunkte auf Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung

Helen Corvus

Dr. Hans Kluge vom WHO-Regionalbüro für Europa bei seiner Rede anlässlich der Einführung des Aktionsplans am 9. November 2012 in Malta. Foto: Helen Corvus

Die Teilnehmer der jährlichen Konferenz der European Public Health Association (EUPHA), die in diesem Jahr in Malta stattfand, begrüßten den offiziellen Startschuss für den Europäischen Aktionsplan zur Stärkung der Kapazitäten und Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit am 9. November 2012. In dem Aktionsplan wird eine klare Marschroute für die Stärkung der öffentlichen Gesundheit in den Ländern der Europäischen Region der WHO vorgegeben und somit ein entscheidender Grundpfeiler für die Umsetzung des neuen Europäischen Rahmenkonzeptes „Gesundheit 2020“ gesetzt, das im September 2012 vom WHO-Regionalkomitee für Europa angenommen wurde.

Dr. Hans Kluge, Leiter der Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit beim WHO-Regionalbüro für Europa, skizzierte Pläne zur Modernisierung der Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit, mit denen die sich verschärfenden Ungleichheiten und die zunehmenden Herausforderungen im 21. Jahrhundert in Angriff genommen werden sollen. Angesichts der Alterung der Bevölkerung und der Ausbreitung chronischer Erkrankungen müssen die Länder geeignete Angebote in den Bereichen Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung entwickeln bzw. ausbauen, gleichzeitig aber auch solide Gesundheitsschutzmaßnahmen durchführen, um den gesundheitlichen Risiken entgegenzuwirken, die von der pandemischen Influenza und vom Klimawandel ausgehen.

Gegenwärtig werden die Ausgaben des Gesundheitswesens für Prävention in den Ländern der Region auf nur durchschnittlich 3% der gesamten Gesundheitsausgaben geschätzt. Doch eine relative Erhöhung der Ausgaben ist ein kosteneffektiver Weg zur Verbesserung gesundheitlicher Resultate. So waren neue Präventionskonzepte in einer Reihe von Ländern mit hohem Volkseinkommen für 50% bis 74% des Rückgangs der Morbidität aufgrund der koronaren Herzkrankheit verantwortlich.

Dr. Kluge unterstrich, die Länder müssten gemeinsam darauf hinarbeiten, die Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit umzugestalten und zu intensivieren, um einen Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten zu erreichen und für heutige wie künftige Generationen einen Zugewinn an Gesundheit und Wohlbefinden zu erzielen.

Europäischer Aktionsplan der WHO zur Stärkung der Kapazitäten und Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit

In dem Aktionsplan werden insgesamt zehn grundlegende gesundheitspolitische Maßnahmen (EPHO) präsentiert, die die Länder unter fachlicher Anleitung und mit Unterstützung durch die WHO gemeinsam anpassen und weiterentwickeln können, um die Angebote und Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit bewerten und leistungsfähiger gestalten zu können.

Zusammen mit einer Reihe maßgeblicher Partner hat die WHO bereits die Komponente des Aktionsplans herausgegriffen, die sich mit dem Ausbau des Personalangebots im Bereich der öffentlichen Gesundheit befasst; zu diesem Zweck findet im Rahmen der EUPHA-Konferenz eine erste Sondierungssitzung statt.