Grundsatzdialog mit den baltischen Staaten zur Krankenhausreform

WHO

Teilnehmer des 9. Grundsatzdialogs der baltischen Staaten im Dezember 2012. Foto: WHO

Der 9. Grundsatzdialog mit den baltischen Staaten fand vor Kurzem unter Beteiligung hochrangiger Vertreter der Gesundheitsministerien Estlands, Lettlands und Litauens statt. Die Tagung befasste sich mit Fragen der Finanzierung und Verwaltung von Krankenhäusern im Sinne der Rationalisierung und Verbesserung der Krankenhausversorgung.

Zu der Tagung am 13. und 14. Dezember 2012 hatte die lettische Gesundheitsministerin Ingrida Circene eingeladen.

Währen des Grundsatzdialogs konnten die Teilnehmer Hindernisse für eine Krankenhausreform in den baltischen Staaten sowie entsprechende Konzepte im Vergleich mit anderen Teilen der Europäischen Region erörtern. Konkret ging es darum, wie eine geänderte Verwaltung und Vergütung der Krankenhausversorgung zu mehr Versorgungsqualität und Kosteneffektivität im Krankenhauswesen beitragen kann.

Umstrukturierung des Krankenhauswesens

Im vergangenen Jahrzehnt ging der Trend in den baltischen Staaten in Richtung Abbau der Zahl der Krankenhäuser bei gleichzeitigem Ausbau von Tagespflege und ambulanter Versorgung. Mit der Einführung der Einzelabrechnung für Leistungen sollten Kostendämpfung und Wirtschaftlichkeit in der Erbringung gefördert werden.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Eine Sitzung der Tagung war dem Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewidmet. Zwar nutzen Patienten bereits Einrichtungen in Nachbarländern, doch liegt hier noch ein enormes Potenzial für eine erweiterte Zusammenarbeit in der grenzüberschreitenden Behandlung, Ausbildung und Forschung, insbesondere auch angesichts der Schaffung europäischer Überweisungsnetzwerke.  

Zugang zu Krankenhausversorgung sichern

Allgemein während des Grundsatzdialogs aufgegriffene Fragen lauteten, wie ein ausgewogener Zugang zu Krankenhausversorgung gesichert, Personalengpässe überwunden und Ärzte in ländliche Gegenden gelockt werden könnten, und wer im Zweifelsfall anreisen solle (der Patient oder der Arzt).

Über die Grundsatzdialoge

Grundsatzdialoge ermöglichen es Politikgestaltern verschiedener Länder auf neutralem Boden zentrale Grundsatzfragen zu beleuchten, indem sie Erkenntnisse vergleichen und Erfahrungen austauschen, ohne einer bestimmten Option Vorrang zu geben oder direkte Empfehlungen auszusprechen.

Das Regionalbüro für Europa und das Europäische Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik veranstalten für die baltischen Staaten seit 2004 derartige Grundsatzdialoge. Im Mittelpunkt der vorangegangenen Veranstaltungen standen die Finanzierung und der Einkauf von Gesundheitsleistungen, Humanressourcen, Anbieternetze und integrierte Gesundheitsversorgung, Krankenhausführung und Gesundheitsfinanzierungssysteme, Grundsatzoptionen und Führungsfragen im Gesundheitsbereich, Antworten des Gesundheitssystems auf die globale Wirtschaftskrise, Zugang zu Arzneimitteln und integrierte Strategien zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und zum Abbau von Benachteiligungen.

Ein neuer Bericht über das lettische Gesundheitssystem aus der Reihe Gesundheitssysteme im Wandel (HiT) erschien 2012 während der Tagung.