Experten schaffen Grundlage für ausgeweitete Maßnahmen zur Stärkung der Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit in Europa

WHO

Viele Länder in der Europäischen Region benötigen im Bereich der öffentlichen Gesundheit stärkere, umfassendere Angebote. Dies wurde 2016 auch von der Weltgesundheitsversammlung in Resolution WHA69.1 als Weg zur Förderung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung im Zusammenhang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung anerkannt. Allerdings zeigt eine aktuelle Analyse zum Stand der Umsetzung des Europäischen Aktionsplans zur Stärkung der Kapazitäten und Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit, dass sein Potenzial trotz energischer Maßnahmen einiger Mitgliedstaaten weitgehend noch nicht ausgeschöpft wurde. In der Analyse wird hervorgehoben, dass zur beschleunigten Stärkung der Angebote das Hauptaugenmerk auf die Voraussetzungen zu richten ist, also auf die personellen und finanziellen Ressourcen, die Organisation der Angebote und die Gesetzgebung im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Regionalbüro mit führenden Ländern und Organisationen aus der internationalen Gesundheitspolitik zusammengetan und erste Schritte zur Schaffung eines Bündnisses und zur Erarbeitung und Umsetzung einer gemeinsamen Agenda für Maßnahmen zur Stärkung der Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit unternommen. Als führende Länder gelten solche, die entweder ihre Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit bereits reformiert haben oder im Begriff sind dies zu tun. Diesen Ländern fällt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Agenda und der Umsetzung ihrer Maßnahmen zu.

Als Sekretariat der Initiative lud das Regionalbüro zu einer zweitägigen Zusammenkunft ein, auf der gemeinsam die Agenda für Maßnahmen erarbeitet werden sollte, die das Bündnis vorantreiben will. Sie fand am 30. und 31. Januar 2017 in Kopenhagen statt. Ihr Format war ein interaktiver Workshop, auf dem zentrale Ziele in verschiedenen Übungen, Kleingruppen und offenen Gesprächen zwischen den Teilnehmern erarbeitet wurden.

Tagungsziele und Ergebnisse

Der Hauptzweck der Zusammenkunft war es,

  • die Schaffung des Bündnisses mit allen Partnern zu erörtern,
  • die Grundsätze der Zusammenarbeit im Bündnis zu vereinbaren,
  • Übereinstimmung über Ziele und Maßnahmen zu ihrer Erreichung zu erzielen,
  • den führenden Ländern und Partnern eine Gelegenheit zur Interessenbekundung an einer Führungsrolle oder an Beiträgen zu den Maßnahmen zu geben,
  • Ergebnisse für die ersten 100 Tage zu vereinbaren, die mit den vorhandenen Ressourcen der Bündnispartner zu schaffen sind,
  • konkrete weitere Schritte zu vereinbaren.

„Indem wir das Angebot an Sachverstand für den Bereich der öffentlichen Gesundheit mit der Nachfrage auf Ebene der Länder zusammenführten, haben wir einen fruchtbaren Dialog eingeleitet, aus dem die solide Grundlage zur Weiterentwicklung des Bündnisses und zur Verfeinerung seiner Maßnahmen entstand,“ sagte Dr. Anna Cichowska, Programmleiterin für Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit beim Regionalbüro.

Während des Workshops erzielten die Teilnehmer Einigkeit über die zentralen Ziele der Agenda und der zu ihrem Erreichen erforderlichen Maßnahmen und sie beschlossen praktische Maßnahmen und erste konkrete Schritte. Die Agenda ist bedarfsorientiert, gemäß den Bedürfnissen und Erfahrungen der führenden Länder gestaltet und ein Gemeinschaftsprodukt von Regionalbüro sowie führenden Ländern und Partnerorganisationen. Die Zusammenarbeit zwischen den Bündnispartnern ermöglicht die Bündelung von Fachwissen und Ressourcen, die zur Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen erforderlich sind.

Die Veranstaltung war der Startschuss für eine langfristig angelegte Initiative. In den kommenden Tagen und Wochen werden die während des Workshops neu geschaffenen Gruppen zur Erledigung von Aufgaben ihre Vorschläge für Maßnahmen weiter verfeinern und an Instrumenten arbeiten, mit denen die öffentliche Gesundheit gestärkt und Kapazitäten aufgebaut werden sollen. Als nächstes Etappenziel ist für Juni 2017 eine Zusammenkunft des Bündnisses beim Gastgeber Finnland geplant. Dort wollen sich die Bündnispartner in einem formalisierten Netzwerk zur Stärkung der Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit zusammenschließen. Das Treffen wird dem Bündnis auch die Gelegenheit bieten, seit der ersten Zusammenkunft erzielte Fortschritte zu begutachten und gemeinsam für weitere Fortschritte und Maßnahmen zu arbeiten.