Neuer globaler Bericht: Depressionen sind vorherrschende Ursache von Krankheit und Behinderung unter Jugendlichen

Nik Neubauer

In einem neuen Bericht der WHO mit dem Titel „Gesundheit für die Jugendlichen in der Welt“ werden zum ersten Mal alle Empfehlungen der WHO zu dem gesamten Spektrum der für Jugendliche relevanten Gesundheitsfragen zusammengestellt.

Auch wenn Jugendliche oft als eine gesunde Altersgruppe gelten, so sterben doch viele vorzeitig infolge von Unfällen, Suizid, Gewalt oder Krankheiten, die entweder vermeidbar oder behandelbar wären. Viele andere leiden an chronischen Erkrankungen und an Behinderung.

Außerdem haben ernste Erkrankungen im Erwachsenenalter oftmals ihren Ursprung im Jugendalter. So können Tabakkonsum, sexuell übertragbare Infektionen (einschließlich HIV) sowie ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten im späteren Leben zu Krankheit oder vorzeitigem Tod führen.

Aus dem Bericht geht hervor, dass Depressionen bei Jungen und Mädchen in der Altersgruppe von 10 bis 19 Jahren die häufigste Ursache für Krankheit und Behinderung sind. Die drei führenden Todesursachen bei Jugendlichen weltweit sind Verletzungen im Straßenverkehr, HIV/Aids und Suizid. In dem Bericht werden die wichtigsten Maßnahmen empfohlen, mit denen die Länder wirksamer auf die Bedürfnisse der Jugendlichen in Bezug auf körperliche und psychische Gesundheit reagieren können.

Jugendliche in politische Entscheidungsprozesse einbeziehen

Das Jugendalter ist eine wichtige Zeit, in der die Grundlagen für eine gute Gesundheit im Erwachsenenalter geschaffen werden. Über die Determinanten der Gesundheit von Jugendlichen ist heute deutlich mehr bekannt. Die sozialen Wertvorstellungen und Normen des unmittelbaren familiären und des schulischen Umfelds sowie der Gleichaltrigen können die Jugendlichen entweder gefährden oder ihnen Schutz bieten. Die Herausforderung für die Politik besteht darin, die Balance zwischen Risiko und Schutz so zu verschieben, dass Wohlbefinden gefördert und potenziell gesundheitsschädliches Verhalten verhindert wird.

Auf der 64. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2014 werden die 53 Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region über eine Strategie für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie über einen Aktionsplan gegen Kindesmisshandlung beraten. In dieser Strategie wird die Notwendigkeit  hervorgehoben, die Jugendlichen in sie betreffende Entscheidungsprozesse einzubeziehen, um die auf diese Altersgruppe abzielenden Programme und Angebote bedarfsgerecht zu gestalten.