Gesundes Altern ist ein lebenslanges Projekt – Experten erörtern Wege zur Umsetzung von Konzepten für gesundes Altern

Sjef Prins van Apa fotografie

An der ersten Tagung der Europäischen Region über Konzepte für gesundes Altern, die am 16. und 17. Dezember 2013 in Utrecht (Niederlande) stattfand, nahmen Experten aus 34 Mitgliedstaaten teil. Die Tagung führte eine Gruppe politischer Entscheidungsträger zusammen, die gemeinsam mit der WHO darauf hinarbeiten, deren Strategie und Aktionsplan für gesundes Altern in ihren Ländern mit Leben zu erfüllen. Künftige Handlungskonzepte werden in folgenden vier strategischen Handlungsfeldern angesiedelt sein:

  • gesundes Altern im gesamten Lebensverlauf;
  • stützende, seniorenfreundliche Umfelder auf allen staatlichen Ebenen;
  • personenzentrierte Gesundheitssysteme für eine alternde Bevölkerung;
  • Ausbau der Evidenzbasis und Erhöhung der Forschungsanstrengungen.

Teilnehmer erörtern nationale Maßnahmen in zentralen Handlungsbereichen

Zu den zentralen Handlungsbereichen gehören: Bewegungsförderung und Sturzprävention; Impf- und Infektionsschutzmaßnahmen; staatliche Unterstützung für häusliche Pflege und Selbstversorgung; Kapazitätsaufbau in den Bereichen Geriatrie und Gerontologie bei den Beschäftigten in den Gesundheitsberufen; Verhinderung sozialer Isolation; Verflechtung und qualitative Verbesserung der Versorgung, einschließlich der Betreuung von Demenzkranken.

Das neu geschaffene Netzwerk von Fachpolitikern für gesundes Altern wählte im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der WHO folgende vorrangige Themen: wirksame Politiksteuerung auf allen Ebenen; staatliche Unterstützung, die den Menschen ein möglichst langes Leben zuhause erlauben soll; und Förderung von Bewegung.

Nationale Beispiele für gute Praxis ebnen Weg für weitere Fortschritte

Die Teilnehmer berichteten über die gleichen Chancen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Strategien und Maßnahmen für gesundes Altern. Zu den wichtigsten Diskussionsthemen gehörten:

  • bessere Bewertung der Bedürfnisse älterer Menschen und weiterreichende Anleitung für Pflegepersonal im Hinblick auf die Steuerung von Selbstversorgung und Förderung von Fähigkeiten;
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Unterstützung für Pflegende;
  • Verbesserung des Zugangs zu hochwertigen Leistungen durch Abbau von Ungleichheiten und Hindernissen und durch eine bessere Risikobewertung;
  • Umstellung von einem Ansatz zur Pflege alter und gebrechlicher Menschen auf einen stärker ganzheitlichen Ansatz, der den Menschen im gesamten Lebensverlauf ein weitgehend gesundes Leben ermöglicht;
  • Beobachtung der Folgen politischer Veränderungen und Ausbau der für politische Entscheidungsprozesse erforderlichen Evidenzbasis, etwa über gesundheitliche Trends und den funktionellen Status einer alternden Bevölkerung;
  • Ermächtigung kommunaler Behörden zur Intensivierung der Umsetzung;
  • erfolgreiche Zusammenarbeit für sektorübergreifendes Handeln und Förderung privater und freiwilliger Maßnahmen (im Einklang mit den Grundsätzen von „Gesundheit 2020“, dem übergeordneten Rahmenkonzept für Gesundheit und Wohlbefinden in der Europäischen Region);
  • Abschätzung des Bedarfs an Fachärzten für Geriatrie;
  • Prüfung der Rolle von Innovation und Technologie bei der Verbesserung der Situation älterer Menschen;
  • Bewertung der Auswirkungen der Finanzkrise auf das Leben älterer Menschen (unter denen eine zunehmende Zahl zwischen Medikamenten, Heizen und angemessener Ernährung wählen muss);
  • Bewertung der Auswirkungen von Demenz auf eine alternde Bevölkerung und ihre Pfleger (für jeden Demenzkranken werden nach Schätzungen drei bis vier informelle Pfleger benötigt);
  • Steuerung der Polypragmasie.

Die Tagung wurde vom Vilans-Institut, einem Kompetenzzentrum für Langzeitpflege, ausgerichtet.