WHO und UNICEF präsentieren neuen Plan zur Verringerung der Zahl der Todesfälle infolge von Durchfallerkrankungen und Lungenentzündung

Mit dem heute von der WHO und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) präsentierten globalen Aktionsplan könnten bis zu zwei Millionen Kinder pro Jahr vor einem Tod infolge von Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen bewahrt werden, die zu den weltweit führenden Todesursachen bei Kindern unter  fünf Jahren zählen.

In dem integrierten Globalen Aktionsplan zur Prävention und Bekämpfung von Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen wird eine engere Verzahnung der Anstrengungen zur Prävention und Behandlung der beiden Arten von Krankheiten gefordert, und es werden ehrgeizige Zielvorgaben für die Senkung der Mortalitätsraten und die Verbesserung des Zugangs von Kindern zu lebensrettenden Interventionen formuliert.

Mortalität aufgrund von Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen in der Europäischen Region

In den letzten Jahren sind die Mortalitätsraten bei Kindern unter fünf Jahren in der Europäischen Region stetig zurückgegangen. Doch immer noch sterben jedes Jahr mehr als 160 000 Kinder in der Europäischen Region vor Vollendung des fünften Lebensjahrs.

Lungenentzündungen sind für etwa 12% aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren in der Region verantwortlich, Durchfallerkrankungen für ca. 4%.

Einführung von Impfstoffen gegen Durchfallerkrankungen und Lungenentzündung

Die Inzidenz von Durchfallerkrankungen und Lungenentzündung wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Im Rahmen der integrierten Anstrengungen zur Prävention, Bekämpfung und Behandlung von Durchfallerkrankungen und Lungenentzündung (u. a. Förderung von Stillen, HIV-Prävention, geregelte Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, Zugang zu Gesundheitsleistungen und Arzneimitteln) arbeitet das Regionalbüro auch zusammen mit den Ländern auf eine Beschleunigung der Einführung von Impfstoffen gegen diese Krankheiten hin.

Der Einsatz von Impfstoffen gegen Masern und Keuchhusten im Rahmen der nationalen Impfprogramme führt zu einer erheblichen Verringerung der Zahl der Erkrankungen und Todesfälle bei Kindern infolge von Lungenentzündung. Durch Impfung gegen Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae Typ b, die beiden verbreitetsten bakteriellen Ursachen von Lungenentzündungen im Kindesalter, sowie gegen das Rotavirus, die häufigste Ursache von durchfallbedingten Todesfällen unter Kindern, können Krankheitslast wie auch Sterblichkeit signifikant gesenkt werden.

Bisher haben insgesamt 28 Länder in der Europäischen Region der WHO Impfungen gegen Pneumokokken in ihre Impfprogramme integriert und verabreichen in der Regel drei Dosen Impfstoff an Kinder im Alter zwischen 2 und 18 Monaten.

Im Januar 2013 veröffentlichte die WHO aktualisierte Empfehlungen für die Impfung gegen das Rotavirus, in denen sie zu deren Aufnahme in alle nationalen Impfprogramme und zu ihrer Einstufung als Priorität riet. Innerhalb der Europäischen Region haben insgesamt acht Länder Impfungen gegen das Rotavirus eingeführt; ein weiteres plant die Einführung des Impfstoffs ab Januar 2014. Je nach Impfstoff werden jeweils zwei bis drei Dosen an Kinder im Alter von zwei bis sechs Monaten verabreicht.

Das Regionalbüro unterstützt die Surveillance-Maßnahmen zur Erhebung von Daten auf Ebene der Region und der Mitgliedstaaten über das Auftreten von Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen vor und nach Einführung der Impfungen. Diese Informationen werden für die Entscheidungsfindung auf nationaler Ebene über die Einführung des Impfstoffs benötigt. Die Daten werden zusammen mit Daten über die Durchimpfungsrate auch benutzt, um die Wirkung des Impfstoffeinsatzes zu überwachen.