Laut neuer Studie sollten Schwangere mit Frühgeburtsrisiko öfter Corticosteroide erhalten.

Die Befunde einer neuen Studie der WHO, die gerade in The Lancet veröffentlicht wurde, zeigen, dass Frühchen besser überleben könnten, wenn vor der Geburt (während der Schwangerschaft) Corticosteroide wirksamer dafür eingesetzt würden, Atemnotsyndrome (aufgrund unterentwickelter Lungen) und Hirnblutungen (Blutungen in den Hirngefäßen) dieser Kinder zu verhindern.

In der Europäischen Region der WHO werden 4 bis 15% aller Kinder zu früh geboren. Die Behandlung ist am wirksamsten, wenn sie zwischen der 26. und 34. Woche an Schwangeren mit Risiko einer Frühgeburt erfolgt. Die Studie zeigt jedoch, dass nur 52% dieser Frauen in den 29 an der Studie beteiligten Ländern Corticosteriode erhielten.

Die Einnahme von Corticosterioden ist nur eine aus einem Bündel von Maßnahmen, welche das Gesundheitsfachpersonal besser verstehen und verfügbar machen sollten, um die Gesundheit der Frühchen zu verbessern und ihre Mortalität zu verringern. Programmleiter aus mehreren Ländern der Europäischen Region werden noch in diesem Monat an einer Tagung in Slowenien teilnehmen, um die Empfehlungen der WHO für die Politikgestaltung im Bereich der Gesundheit von Mutter und Kind sowie zur Verbesserung der klinischen Verfahren zu erörtern. Die Prävention von Atmungskomplikationen bei Frühchen ist einer der Tagesordnungspunkte.