Kronprinzessin Mary von Dänemark unterstreicht in Ansprache an tadschikische Medizinstudenten Bedeutung einer allgemeinen Durchimpfung

Akram Isaev

Her Royal Highness, Crown Princess Mary of Denmark met children and parents during her visit to the Child Rehabilitation Centre in Dushanbe, Tajikistan on 23 October 2014.

Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark und Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, statteten vom 23. bis 25. Oktober 2014 Tadschikistan einen Besuch ab. Als Schirmherrin des WHO-Regionalbüros für Europa wirbt die Kronprinzessin für höhere Investitionen in die Gesundheit von Müttern und Kindern sowie für größere Anstrengungen im Impfwesen auf nationaler wie regionsweiter Ebene. Zum Besuchsprogramm gehört auch die Besichtigung mehrerer Gesundheitseinrichtungen, darunter eine pädiatrische Klinik in der Hauptstadt Duschanbe, ein Rehabilitationszentrum für Kinder, das nationale Zentrum für Reproduktionsgesundheit und ein Bezirkskrankenhaus in Varzob sowie die Tadschikische Staatliche Medizinische Universität.

Ansprache an Studenten der Tadschikischen Staatlichen Medizinischen Avicenna-Universität

Anlässlich des Welt-Polio-Tages am 24. Oktober 2014 sprach die Kronprinzessin vor Medizinstudenten in Duschanbe. Sie lobte die Zusammenarbeit zwischen der tadschikischen Regierung und der WHO und ihre anhaltenden Anstrengungen zur Verbesserung der Reproduktionsgesundheit sowie der Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen. Unter Bezugnahme auf ihren Besuch eines Rehabilitationszentrums für Kinder in Duschanbe am Vortag, auf dem sie mit von Behinderungen betroffenen Kindern sowie deren Eltern und Betreuern zusammengetroffen war, unterstrich die Kronprinzessin die Bedeutung leistungsfähiger nationaler Impfprogramme und das Recht eines jeden Bürgers auf Zugang zu Impfmaßnahmen in jeder Lebensphase:

„Das gestrige Zusammentreffen mit den Überlebenden von Polio-Erkrankungen und die Konfrontation mit den verheerenden Folgen impfpräventabler Krankheiten hat uns allen einmal mehr die Unverzichtbarkeit der Aufrechterhaltung einer hohen Durchimpfung vor Augen geführt. Der Polioausbruch in Tadschikistan und in anderen Ländern der Europäischen Region wurde auf bemerkenswerte Weise bekämpft: durch koordinierte Anstrengungen und erfolgreiche Impfkampagnen. Dennoch hat der Ausbruch verdeutlicht, dass bei der Bekämpfung impfpräventabler Krankheiten Selbstgefälligkeit völlig fehl am Platz wäre.“

Der Polioausbruch in Tadschikistan und Rehabilitationsmaßnahmen für erlittene Behinderungen

2010 erlebte Tadschikistan den weltweit größten  Polioausbruch seit 2005, bei dem über 460 Fälle auftraten. Damals erlitten viele der betroffenen Kinder Beeinträchtigungen und sind langfristig auf Rehabilitationsmaßnahmen angewiesen. In dem Land werden auch Rehabilitationsangebote für andere Kinder mit Mehrfachbeeinträchtigungen, für von Diabetes, Schlaganfällen, Verkehrsunfällen und Landminen betroffene Personen und für ältere Menschen mit verringerter Mobilität benötigt.

Angesichts des mangelnden Leistungsangebots führt das WHO-Länderbüro Tadschikistan in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales ein auf die Jahre 2013 bis 2016 angelegtes Programm durch, das auf Entwicklung eines nationalen Handlungskonzeptes und die Verbesserung des Systems für Rehabilitationsmaßnahmen abzielt und in dem inhaltliche Schwerpunkte auf gemeindenahe Angebote und die Schulung von Fachkräften gelegt werden.