Internationale Tagungen in Usbekistan zur Gesundheit von Müttern und Kindern: Vorrangige Maßnahmen erkannt

WHO/Aziz Adkhamov

(Von links) Die Stellvertretende Ministerpräsidentin und der Gesundheitsminister von Usbekistan mit der WHO-Regionaldirektorin für Europa Foto: WHO

Auf zwei internationalen Tagungen über die Gesundheit von Müttern und Kindern erörterten Hunderte von Experten und Vertretern nationaler Regierungen wie auch internationaler Organisationen die von der usbekischen Regierung durchgeführten Reformen zur Beschleunigung der Fortschritte bei der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MZ) 4 und 5 und bestimmten vorrangige Maßnahmen für die Europäische Region der WHO.

Am 25. und 26. November 2011 fanden in Taschkent zwei internationale Tagungen über die Gesundheit von Müttern und Kindern statt, ein Symposium und ein Runder Tisch. Auf diesen Veranstaltungen erörterten Hunderte von Experten und Vertretern nationaler Regierungen wie auch internationaler Organisationen die von der usbekischen Regierung durchgeführten Reformen zur Beschleunigung der Fortschritte bei der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MZ) 4 und 5 und bestimmten vorrangige Maßnahmen für die Europäische Region der WHO.

Symposium „Gesunde Mutter – gesundes Kind“

An dem von der usbekischen Regierung veranstalteten internationalen Symposium nahmen über 300 weltweit anerkannte Wissenschaftler und Vertreter der Gesundheitsministerien von 36 Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region und anderen WHO-Regionen teil. Sie diskutierten über Entwicklungen im Bereich der Gesundheit von Müttern und Kindern, und insbesondere die Folgen der jüngsten Reformen in den öffentlichen Gesundheitsdiensten. Der Schwerpunkt der Reformen lag u. a. auf der Bekämpfung von Mikronährstoffmangel und der Verbesserung des Impfschutzes – mit dem Ziel, ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern zu schaffen.

Zur Eröffnung des Symposiums verlieh der usbekische Präsident Islam Karimov WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan den Orden „Sog’lom Avlod Uchun“ (Für eine gesunde Generation) und würdigte ihre herausragenden Verdienste bei der Organisation der Arbeit der WHO, der Förderung der primären Gesundheitsversorgung und der Umsetzung der globalen Strategie zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern. Dr. Chan bedankte sich für die Auszeichnung und erwähnte lobend die Maßnahmen der usbekischen Regierung auf diesem Gebiet.

Ganzheitliches sektorübergreifendes Konzept erforderlich

WHO-Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab erläuterte die wichtigsten staatlichen Programme und Strategien und unterstrich die Notwendigkeit eines ganzheitlichen sektorübergreifenden Konzeptes für die Bekämpfung der Kindersterblichkeit und die Verbesserung der Gesundheit von Müttern. Sie hob das politische Engagement Usbekistans zur Verwirklichung dieser Ziele hervor.

Das auf Initiative von Präsident Karimov veranstaltete Symposium wurde vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der WHO, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) organisiert. An der Veranstaltung nahmen der Regionaldirektor des UNICEF für Mittel- und Osteuropa und die Gemeinschaft unabhängiger Staaten, Steven Allen, der Direktor des Subregionalen Büros des UNFPA für Zentralasien, Nikolay Botev, die Leiterin eines regionalen Gesundheitsprojektes der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Evi-Kornelia Gruber, und eine leitende Projektmanagerin der Weltbank, Suzanna Hayrapetyan, teil. Weiterhin waren auch eine Vielzahl von Vertretern anderer internationaler und multilateraler Organisationen anwesend.

Runder Tisch zu den MZ 4 und 5

Diese Veranstaltung wurde vom usbekischen Gesundheitsministerium mit fachlicher Unterstützung durch das WHO-Regionalbüro für Europa organisiert. Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter von insgesamt 23 Mitgliedstaaten der Europäischen Region und anderer WHO-Regionen, aber auch von internationalen nichtstaatlichen Organisationen.

Frau Jakab gab einen Überblick über Fortschritte und Herausforderungen bei der Verwirklichung der MZ 4 und 5 in der Europäischen Region. Es folgte eine Podiumsdiskussion mit der Stellvertretenden Ministerpräsidentin Elmira Basitkhanova und dem Gesundheitsminister Adkham Ikramov. Weitere Teilnehmer waren die Gesundheitsminister Lettlands und Aserbaidschans, Ingrida Circene und Prof. Ogtay Shiraliyev.

Die Teilnehmer des Runden Tischs erörterten die Frage, wie gestärkte Gesundheitssysteme zur Verwirklichung der MZ 4 und 5 in den Ländern beitragen können und wie die Rolle der Zivilgesellschaft aufgewertet werden soll.

Die Vertreter von UNICEF, UNFPA und Weltbank erläuterten, wie ihre jeweiligen Organisationen die Länder bei der Verwirklichung der MZ 4 und 5 unterstützen können. Die Teilnehmer einigten sich auf folgende konkrete Maßnahmen:

  • Stärkung der Entwicklungszusammenarbeit in der Europäischen Region durch Führungskompetenz und gemeinsame Verantwortung;
  • Förderung einer umfassenden Eigenverantwortung der Länder und Ermutigung der Bevölkerung zur Förderung lokaler und nachhaltiger Lösungen;
  • Sicherung einer langfristigen Finanzierung und Erhöhung der Effizienz der Investitionen.