Tagung in Georgien für eine bessere vorgeburtliche Versorgung in Osteuropa und Zentralasien

WHO/David Kharatishvili

From right to left: Nino Berdzuli, Deputy Minister, Ministry of Labor, Health and Social Affairs of Georgia, David Sergeenko, Minister of Labor, Health and Social Affairs of Georgia, and Marijan Ivanusa, Head of WHO Country Office, Georgia.

Zur Eröffnung dieser internationalen Tagung betonte der georgische Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales David Sergeenko die Bedeutung der Beratung von Schwangeren: „Die Entwicklung des Kindes beginnt schon vor der Geburt und deshalb sind Aufklärung und Anleitung der Schwangeren sehr wichtig.“ Die Tagung fand am 27. und 28. April in Tiflis statt und vereinte Vertreter aus zwölf Ländern Osteuropas und Zentralasiens sowie international renommierte Fachleute und Entwicklungspartner aus den Bereichen Gesundheitsversorgung für Mütter, Schwangere und Neugeborene. Zwei Tage lang erörterten die Teilnehmer die Umsetzung der überarbeiteten Empfehlungen der WHO zur vorgeburtlichen Versorgung.

Diese Empfehlungen beruhen auf neuen Erkenntnissen aus den vergangenen 15 Jahren. Sie sollen allen Schwangeren eine gute Schwangerschaft ermöglichen sowie die Anzahl der Komplikationen und Totgeburten verringern.

Konkret wird empfohlen:

  • Dass Frauen während einer Schwangerschaft achtmal (statt bislang viermal) Kontakt zu einer Gesundheitseinrichtung aufnehmen. So können Probleme leichter festgestellt und gegebenenfalls beherrscht und Todesfälle vermieden werden.
  • Dass die Frauen bei jedem Kontakt mit dem Gesundheitswesen Informationen erhalten über optimale Nahrung und Ernährung, körperliche Betätigung, Tabak- und Substanzgebrauch, Malaria- und HIV-Prävention, dass sie Bluttests und Impfungen durchführen, dass der Fötus auch durch Ultraschall gemessen wird, dass sie über allgemeine physiologische Symptome aufgeklärt und zu Themen wie Partnergewalt beraten werden.

Mit der vorgeburtlichen Versorgung beginnt der Lebensverlaufansatz. Die Tagung verknüpfte viele Themen inhaltlich miteinander. Die Leiterin des Programms für sexuelle und reproduktive Gesundheit am Regionalbüro für Europa Gunta Lazdane führte aus: „Schwangerschaft ist keine Krankheit, sondern eine Chance für das Gesundheitswesen, bereichsübergreifend und frühzeitig viele Aspekte aufzugreifen: Prävention und Behandlung von nichtübertragbaren Krankheiten, HIV und sexuell übertragene Infektionen, geschlechtsbezogene Gewalt und viele weitere Themen, deren Bearbeitung einen Abbau von Morbidität und Mortalität sowie eine Steigerung des Wohlbefindens bedeuten würde. Die Aufklärung während der Schwangerschaft wird von der Mutter an ihre Kinder und Angehörigen und von Generation zu Generation weitergetragen - ein hervorragendes Beispiel für den Lebensverlaufansatz, wonach das Verhalten in dieser entscheidenden Lebensphase prägend auf Gesundheit und Verhalten im späteren Leben wirkt.“

Auf der Tagung wurde eine russische Version der Empfehlungen der WHO zur vorgeburtlichen Versorgung für eine glückliche Schwangerschaft vorgestellt, die Teilnehmer berichteten über Erfolge und Herausforderungen in ihrer Arbeit und Erfahrungen mit der Entwicklung und Umsetzung nationaler Standards sowie ihrer Auswirkungen wurden ausgetauscht. Die Teilnehmer beteiligten sich intensiv an Gruppenarbeit und benannten Möglichkeiten und Hindernisse für eine Umsetzung der Leitlinien auf Ebene der Länder. Diese Beiträge sind für die weitere Arbeit von hohem Wert.

Ein besserer Zugang zu hochwertiger vorgeburtlicher Versorgung auf Ebene der Länder ist eine der zentralen vorgeschlagenen und von der Mehrzahl der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO unterstützten Maßnahmen aus dem von ihnen 2016 angenommenen Aktionsplan zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit: Auf dem Weg zur Verwirklichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in Europa – Niemanden zurücklassen. Eine bessere vorgeburtliche Versorgung dient den Zielen für nachhaltige Entwicklung insgesamt, hierunter besonders Ziel 3 (Gesundheit und Wohlbefinden und den Zielvorgaben zu Müttersterblichkeit sowie zu sexueller und reproduktiver Gesundheit), Ziel 5 (Gleichstellung der Geschlechter) und Ziel 10 (Ungleichheiten verringern).

Die Tagung wurde von drei Abteilungen des Hauptbüros (Reproduktive Gesundheit und Reproduktionsforschung, Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen sowie Ernährung für Gesundheit und Entwicklung), einigen Programmen des Regionalbüros (Sexuelle und reproduktive Gesundheit; Ernährung, Bewegung und Adipositasbekämpfung; Leistungserbringung im Gesundheitswesen; Tuberkulose, HIV/Aids und Hepatitis) und dem Länderbüro in Georgien in enger Zusammenarbeit mit dem georgischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales durchgeführt.